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Johannes 7. 8 _nicht hinauf_Unglaubeverbreitung in Schlachter 2000 wegen dem "TR" Pfusch

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  • Johannes 7. 8 _nicht hinauf_Unglaubeverbreitung in Schlachter 2000 wegen dem "TR" Pfusch

    Johannes 7. 8 _nicht hinauf_
    Unglaubeverbreitung in Schlachter 2000 wegen dem "TR" Textus Receptus Pfusch
    Siehe auch die Gotteslästerung (Blasphemie) in der Schlachter 2000 zu 1. Korinther 11.24


    Johannes 7. 8 _nicht hinauf_
    Elberfelder 1905 Schlachter 2000
    Joh 7,8 Gehet ihr hinauf zu diesem Feste; ich gehe nicht hinauf zu diesem Feste; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt. Joh 7,8 Geht ihr hinauf zu diesem Fest; ich gehe noch (1) nicht zu diesem Fest hinauf, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.
    (1) Blasphemsche Hinzufügung in Textus Rezeptes und Schlachter 2000
    Joh 7,30
    1. Jesus in Galiläa: der Unglaube seiner Brüder (7,1-9) BP

    Dieser Abschnitt wird eingerahmt durch die beiden Aussagen:

    »Und danach wandelte Jesus in Galiläa« (V. 1),
    und: »Er blieb in Galiläa« (V. 9).

    Die Verse dazwischen erklären, warum er das tat.

    1 Und danach wandelte Jesus in Galiläa; denn er wollte nicht in Judäa wandeln, weil die Juden ihn zu töten suchten. »danach«: Nach der Heilung des Gelähmten am Teich Bethesda im Jahr 28 (entweder im Juni oder Oktober, je nachdem, ob das in
    5,1 genannte Fest der Juden Pfingsten oder Laubhüttenfest war) war der Herr nach Galiläa zurückgekehrt. Dort hatte er, als das Passah nahe war (6,4), das Zeichen am See Tiberias getan, und er blieb noch eine Zeit in Galiläa, »denn er wollte nicht in Judäa wandeln, weil die Juden ihn zu töten suchten« (siehe V. 25).

    Dass die Juden den Herrn töten wollten, hatten wir in 5,18 gelesen.
    Inzwischen war ein Jahr verflossen, doch der Hass des Menschen auf das Licht ist ein immerwährender;
    auch unter der Oberfläche zivilisierter Menschen, die der Form nach gottesfürchtig sind, lauert Menschenmord (Mk 7,21).
    Man kann die Begründung so auffassen, dass der Herr hier tat, was er auch seinen Jüngern befahl:
    Verfolgte man sie in einer Stadt, sollten sie nicht das Martyrium suchen, sondern in die nächste Stadt ziehen (Mt 10,23; Apg 13,50.51; 14,6).

    Andererseits wissen wir, dass die Juden ihn auch dann nicht töten konnten,
    wenn er, von Feinden umgeben, mitten auf dem Tempelplatz stand. Daher ist es denkbar, dass er sich noch einige Monate in Galiläa aufhielt, statt wieder nach Jerusalem zu ziehen, um das Licht dort leuchten zu lassen, wo die Feindschaft gegen dasselbe nicht so groß war.

    2 Es war aber das Fest der Juden nahe, das Laubhüttenfest.
    Nach dem in 6,4 erwähnten Passah war der Herr nach Galiläa zurückgekehrt und dort geblieben bis zur Zeit des Laubhüttenfests, das heißt vom ersten (3Mo 23,5)
    bis zum siebten Monat (3Mo 23,34) des Jahres 29 n.Chr. Über das Wirken des Herrn in diesen sechs Monaten sagt Johannes nichts, und so hat er die Rede in der Synagoge von Kapernaum mit seiner in Kap. 7 verzeichneten Unterredung im Tempel in Jerusalem miteinander verknüpft.

    In Kap. 6 sagte der Herr, dass er als Brot des Lebens Gottes Gabe an sein Volk ist.

    In Kap. 7 lesen wir, dass der Heilige Geist die Gabe Gottes an sein Volk ist.

    Durch »das Laubhüttenfest« wollte Gott sein Volk lehren wie durch alle seine Verordnungen.
    Das Passah, das erste und grundlegende aller Feste, lehrte das Volk die Notwendigkeit der Erlösung,
    die Erlösung durch einen Stellvertreter und die Erlösung durch das Blut.

    Das Laubhüttenfest war eine Vorwegnahme der Vollendung der Erlösung,
    darum feierte man es als letztes der Feste des Herrn,
    nachdem man »den Ertrag des Landes eingesammelt« (3Mo 23,39) hatte. Darum heißt es nur von Tagen dieses Festes, dass es »Tage der Ruhe« (vgl. 3Mo 23,39) waren;

    nur zu diesem Fest wurde ausdrücklich gesagt, dass das Volk sich
    »vor dem HERRN … freuen« (3Mo 23,40) sollte.
    Ruhe und Freude, das war Gottes Gabe an das Volk; beides waren Früchte seines Wirkens:
    Er hatte ihnen das Land gegeben,
    er hatte die Saat gesegnet und Frucht wachsen lassen;
    er hatte sie erlöst und geführt und zur Ruhe gebracht.

    Entsprechend lesen wir in Sach 14,16, dass man im Millennium das Laubhüttenfest feiern wird.
    »In Jerusalem werden [die Nationen] ›den König, den JEHOVA der Heerscharen‹ anbeten …
    Dort werden sie ›das Laubhüttenfest … feiern‹ (Sach 14,16;
    siehe auch Jes 66,23).
    Warum wird nur dieses Fest gefeiert, und warum hören wir nichts von den zwei anderen Hauptfesten, von Passah und Wochenfest?
    Diese zwei sind bereits erfüllt:
    Christus, unser Passah, ist bereits geschlachtet worden (1Kor 5,7),

    und der Heilige Geist ist ausgegossen – zuerst an Pfingsten über die Christen (Apg 2) und dann bei der Bekehrung Israels über den Überrest (Joe 3).

    Auch der große Versöhnungstag bleibt unerwähnt, denn der große Jom Kippur fand statt, als Israel den anblickte, den sie durchbohrt hatten … (Sach 12,10-14).


    Jene Feste waren Schattenbilder, die dann alle erfüllt sind.

    Das einzige Fest, das seine heilsgeschichtliche Verwirklichung noch nicht gefunden hat, ist das Laubhüttenfest.

    Es wird erfüllt werden im messianischen Reich.

    Man feierte des Laubhüttenfest in Jerusalem nach der Rückkehr der Vertriebenen und der Wiederherstellung des jüdischen Gemeinwesens (Neh 8).

    Man wird es wieder feiern nach der Sammlung der ›Auserwählten … von den vier Winden her,
    von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende‹ (Mt 24,31).

    Das Laubhüttenfest war ein Fest der Ruhe und der Freude (siehe 3Mo 23,40);
    man hielt es am Ende der Ernte als ›das Fest der Einsammlung im Ausgang des Jahres‹ (2Mo 23,16; vgl. 3Mo 23,39; 5Mo 16,13.14).

    Damit war es beständig ein Hinweis auf die Vollendung der Heilsgeschichte, auf die Zeit der vollen Ernte, wenn der Herr endlich alle Frucht der Mühsal seiner Seele (Jes 53,11) mit Jubel heimtragen wird (Ps 126,6).

    Zur vollen Frucht gehört auch die große Ernte unter allen Nationen am Ende der Zeit.
    Das Laubhüttenfest erinnerte Israel an den Auszug aus Ägypten und an die Wüstenwanderung
    (3Mo 23,42.43).

    Das Ziel der Wüstenwanderung war die Ruhe im Gelobten Land.
    Nun sollen die Heiden das Laubhüttenfest feiern, denn mit dem Kommen des Messias und seines Reiches sind auch sie am Ziel ihres Weges angelangt und in die Freude und Ruhe der Erlösten eingegangen. Freude wird das Herz der Menschen erfüllen, die ihren Gott und Schöpfer anbeten; und Ruhe wird alles Zusammenleben der Menschen bestimmen.
    Glückliche Welt!« (B. Peters, Der Prophet Sacharja, Bielefeld: Christliche Literatur Verbreitung, 2012, S. 264-265).Teil 1:

    Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50) 300

    Das Herz des Volkes war unrein, aber die religiöse Oberfläche war sauber; man feierte noch die Feste, die der Herr einst verordnet hatte (3Mo 23), aber gleichzeitig hatte man im Herzen beschlossen, den Herrn zu töten.

    Wir verstehen, warum das Laubhüttenfest nicht mehr wie ursprünglich »Fest Jehova« (3Mo 23,2) hieß, sondern »Fest der Juden« (siehe 2,13).

    Erster kleiner Exkurs zum jüdischen Laubhüttenfest
    Das Laubhüttenfest war das dritte unter jenen Festen des HERRN, zu denen alle Männer jedes Jahr nach Jerusalem pilgern mussten (2Mo 23,14-16; 34,22).

    Bei der Wiederherstellung Jerusalems und seines Gottesdienstes nach dem babylonischen Exil feierten die Juden nach Jahrhunderten wieder zum ersten Mal das Laubhüttenfest (Neh 8), das man danach treu Jahr für Jahr beobachtete.

    Dabei waren verschiedene im Gesetz Gottes nicht verordnete rituelle Handlungen dazugekommen, die inzwischen ein unveräußerlicher Bestandteil des Laubhüttenfestes geworden waren.


    Alfred Edersheim schreibt dazu:
    »Die Pilger kamen von weit her … Wie stieg den ganzen Tag der Rauch der Opfer auf … bis die Sterne hervortraten … wie wurde der Gesang der Leviten mit den heiligen Klängen des Hallel vom Wind in die Ferne
    ge tragen mit den hellen Posaunenstößen der Priester!

    Und dann, wie herrlich war der große Tempelkomplex erleuchtet von den großen Leuchtern, die im Vorhof der Frauen brannten! …

    Mit Recht konnte Israel das Laubhüttenfest als das Fest bezeichnen, und der jüdische Historiker Josephus nennt es ›das heiligste und größte‹ (Ant. viii. 1). Früh, am 14. Tischri, waren die Festpilger alle eingetroffen … Die Burg Antonia, die stolz über dem Tempelplatz thronte … musste dem Juden ein verhasster Anblick gewesen sein, jene Burg, welche Tempel und Stadt beherrschte – verhasster Anblick mit verhassten Lauten, jene römische Garnison mit ihrer fremden Zunge und ihren heidnischen Gebräuchen … Und doch, bei alledem konnte Israel am düsteren Himmel die Zeichen der Zeit nicht lesen, noch den gnädigen Tag der Heimsuchung des Herrn erkennen, und das, obwohl von allen Festen gerade das Laubhüttenfest am klarsten in die Zukunft wies.

    Denn alle symbolischen Handlungen des Festes, das mit Abschluss der Erntezeit begann … zeigten in

    die Zukunft.
    Das verstanden die Rabbinen selbst so. Die auffällige Anzahl geopferter Stiere
    – es waren insgesamt 70 – stand nach ihrer Meinung stellvertretend für ›die siebzig Heidenvölker‹.

    Das Ausgießen von Wasser … war ein Symbol für die Ausgießung des Heiligen Geistes … Das Licht des Tempels leuchtete nachts in die Dunkelheit der Heidenwelt hinaus …« (The Life and Times of Jesus the Messiah, Bd. 2, S. 149-150). 3

    Da sprachen seine Brüder zu ihm:

    Zieh von hier weg und geh nach Judäa, damit auch deine Jünger deine Werke sehen, die du tust; 4 denn niemand tut etwas im Verborgenen und sucht dabei selbst öffentlich bekannt zu sein. Wenn du diese Dinge tust, so zeige dich der Welt; 5 denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn. »Da sprachen seine Brüder zu ihm«: Die Brüder erteilen dem Herrn Ratschläge und tun damit, was der Sünder beständig tut: Er meint, es sei seine Aufgabe, Gott zu sagen, was er zu tun habe.

    Die Brüder des Herrn – Jakobus, Joseph, Simon und Judas (Mt 13,55) – werden von Johannes erstmals in 2,12 erwähnt, woraus wir folgern können, dass sie ebenso wie ihre Mutter bei der Hochzeit in Kana anwesend waren. Sie hatten also das erste Zeichen gesehen, das Jesus tat.

    Doch anders als die Jünger (2,11) glaubten sie nicht an ihn.
    Das erklärt ihre Aufforderung an Jesus:
    »Zieh von hier weg und geh nach Judäa«.
    Dieser Rat bestätigt, was V. 2 andeutet: Ihnen war wie den meisten Juden das Sichtbare wichtiger als das Verborgene, das Äußere wichtiger als das Innere (siehe Mt 23,25).

    Also dachten sie, Jesus müsse in Jerusalem sein, wenn er Ansprüche auf Führerschaft im Volk Gottes hatte.
    Er vergeude seine Zeit und seine Talente, wenn er in Galiläa bleibe, wo doch jedermann wisse, dass von dort keine Propheten herkämen und schon gar kein Messias zu erwarten sei (siehe 1,46; 7,41.52).

    Wenn die Brüder ihm sagen:
    »… zeige dich der Welt«, wo er doch in der Welt war (siehe 1,10) und sich dieser mit seinen Worten und Werken deutlich genug gezeigt hatte, beweisen sie nur ihren Unglauben –
    »denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn« (siehe Ps 69,9) –,

    und dieser erklärt, warum die Brüder die Kühnheit hatten, dem Herrn Ratschläge zu erteilen.

    Sie sahen Teil 1:
    Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50)
    in ihm nur ihren älteren Bruder, einen Menschen, der nicht viel anders war als sie.
    Die Welt kann ihn nicht erkennen (1Jo 3,1),
    weil sie ihn nicht hört (1Jo 4,5.6);
    denn wer nicht hört, kann nicht glauben,
    und wer nicht glaubt, kann ihn nicht erkennen (siehe 6,69).

    Wie nun die Brüder, so hatte zuvor schon die Mutter Jesu ihn zum Handeln drängen wollen,
    als seine Zeit noch nicht da war (2,3.4).

    Der Herr würde sich am bestimmten Tag in Jerusalem in seiner messianischen Hoheit offenbaren;
    aber das sollte erst kurz vor dem Passah des folgenden Jahres geschehen (Kap. 12).
    Bis dann würde er sich noch immer so offenbaren, wie er es bisher getan hatte:

    durch seine Werke und seine Worte.

    6 Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da, eure Zeit aber ist stets bereit.
    »Meine Zeit ist noch nicht da«: Ähnlich hatte Jesus seiner Mutter geantwortet, als sie ihn zu einer Handlung hatte drängen wollen (2,3.4),
    und das hatten die Brüder damals wohl auch gehört.

    Sie hätten also Grund gehabt, zu bedenken und zu verstehen, dass Jesus nicht handelte und redete, wie es sich gerade ergab, und dass er sich von keinem Menschen drängen ließ, sondern nach einem feststehenden Vorsatz seinen Weg ging und seine Werke tat.
    Er ist Gott, und Gott können wir nicht dahin oder dorthin kommandieren.
    »eure Zeit aber ist stets bereit«:
    Die Brüder des Herrn fragen nicht nach Gottes Willen und Gottes Zeit; sie tun, was sie wollen, wann sie es wollen.

    7 Die Welt kann euch nicht hassen; mich aber hasst sie, weil ich von ihr zeuge, dass ihre Werke böse sind.

    Warum spricht der Herr hier von Hass?
    Waren die Brüder ihm mit Hass entgegengetreten? Sie werden es nicht so empfunden haben, und doch war es so. Damit, dass sie meinten, ihm Ratschläge erteilen zu müssen, schauten sie auf ihn herab. Und das ist eine Form von Hass, und der äußert sich darin, dass sie ihn nicht erkennen. Ihn zu hassen, heißt also, ihn nicht zu erkennen, nicht anzuerkennen und nicht anzunehmen.

    Die Brüder Jesu urteilten so, weil sie noch Kinder der Welt waren; sie hassten 303 Johannes 7 ihn, weil er von der Welt zeugte, »dass ihre Werke böse sind«. Das will aber die Welt nicht wahrhaben; sie kann nicht einsehen, warum es böse sein soll, nicht an den Sohn Gottes zu glauben. Das sei doch Privatsache; wenn jemand nicht glaubt, schade er ja niemand. 8 Geht ihr hinauf zu dem Fest; ich gehe nicht hinauf zu diesem Fest; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt. »meine Zeit ist noch nicht erfüllt«: Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn in die Welt (Gal 4,4), und erst als die Zeit erfüllt war, nämlich im Jahre 30, wie er seinen Knechten, den Propheten, offenbart hatte, gab der Sohn sein Leben als Lösegeld für viele (Mk 10,45). So starb er »zur bestimmten Zeit für Gottlose« (Röm 5,6). Die Zeiten und Zeitpunkte waren in Gottes Ratschluss verankert; das Jahr und der exakte Tag seines Todes waren durch Mose, den Gesetzgeber (3Mo 23,5), und Daniel, den Propheten (Dan 9,24-26), offenbart und bekannt gemacht worden: In 2Mo 12,1-6 und in 3Mo 23,5 steht die Anweisung, an welchem Tag im Jahr das Passah gefeiert werden sollte; in Dan 9,25.26 steht, in welchem Jahr jenes Passah gefeiert werden sollte, an dem der Christus sein Leben lassen musste. Diese Erklärung löst auch das Problem, das einige darin gesehen haben, dass der Herr hier sagt: »… ich gehe nicht hinauf zu diesem Fest«, aber dann doch hinaufgeht (V. 10). Er ging nicht so hinauf, wie die Brüder es meinten, d.h. nicht offen, sondern »wie im Verborgenen« – eben weil die Zeit, offen aufzutreten und kurz danach verurteilt und hingerichtet zu werden, noch nicht erfüllt war.100 Man beachte, wie der Herr betont, dass er nicht zu diesem Fest hinaufzieht. So kündigt er indirekt an, dass er an einem späteren Fest in diesem besonderen Sinn, nämlich öffentlich und begleitet von entsprechender Kundgebung, hinaufziehen würde.

    Einige Handschriften lesen:
    »Ich gehe noch nicht hinauf …
    « Aber das ist auch eine nachträgliche Nachbesserung von überbeflissenen Kopisten oder überbesorgten Klerikern, die, anders als die Verfasser der Evangelien, jeden möglichen Anschein von Widerspruch eliminieren wollten.



    9 Nachdem er aber dies zu ihnen gesagt hatte, blieb er in Galiläa.
    Er »blieb … in Galiläa«, ließ also die Reisegesellschaft ziehen, die geschlossen nach Jerusalem pilgerte (siehe Lk 2,44), und mit ihr zogen seine Brüder. »Jesus unterscheidet sich himmelweit von seinen Brüdern. Wenn sie zum Fest gehen, mag ihre Absicht noch so religiös sein, und ist doch ganz weltlich. Darum sollen sie allein hinaufziehen« (Hendriksen). »Mit Ungläubigen wollte er nicht hinaufgehen; und doch ihnen zulieb auch nicht gar wegbleiben. So blieb er einstweilen zurück« (Bengel)

    2. Jesus in Jerusalem: die Unsicherheit der Volksmenge (7,10-13) 10 Als aber seine Brüder hinaufgegangen waren zu dem Fest, da ging auch er hinauf, nicht öffentlich, sondern wie im Verborgenen. Der Herr hatte den Brüdern gesagt, er gehe nicht zum Fest; nachdem diese gereist waren, »ging auch er hinauf«. Damit handelte er nicht gegen sein Wort. Seine Brüder hatten ihn aufgefordert, nach Jerusalem zu gehen und sich dort öffentlich zu präsentieren. Aber gerade das tat er nicht; sondern er ging »nicht öffentlich, sondern wie im Verborgenen«. Gegen den Rat seiner Brüder tat er darum einstweilen keine Zeichen (sondern er tat erst nach dem Fest ein einziges: Er heilte den Blindgeborenen), sondern offenbarte sich durch seine Worte. »Es sind drei große Belehrungen, veranlasst durch ein Urteil seiner Zuhörer oder eine Maßnahme seiner Gegner: Die erste ist eine Rechtfertigung seiner Lehre und seines Tuns (V. 14-24); die zweite eine Deklaration seiner göttlichen Herkunft (V. 25-30); die dritte eine Ankündigung seines nahen Endes, bei der er den Juden sagt, was sein Weggang für sie als Folgen haben wird (V. 31-36)« (Godet). Seine Zeit war noch nicht da (V. 6), die Zeit nämlich, da er »öffentlich bekannt« (V. 4) und gerade deswegen getötet werden sollte. Weil seine 305 Johannes 7 Zeit noch nicht da war, konnte man ihn auch noch nicht greifen, sosehr man es versuchte (V. 30.32.44.45.46). »Wie im Verborgenen. Das hōs mildert den Ausdruck en kryptō. Jesus war nicht jemand, der sich wirklich versteckte, auch als er für den Augenblick so handelte. Aber welch traurige Abstufung seit dem ersten Fest (Kap. 2) und der Weise, in der er sich Jerusalem kundgab! Da war er als der König-Messias in den Tempel eingetreten; im Kap. 5 war er als ein schlichter Pilger angekommen; hier kann er nicht anders als inkognito nach Jerusalem reisen« (Godet). 11 Die Juden nun suchten ihn auf dem Fest und sprachen: Wo ist er? 12 Und viel Gemurmel war über ihn unter den Volksmengen; die einen sagten: Er ist gut; andere sagten: Nein, sondern er verführt die Volksmenge. »Die Juden« werden hier gesondert erwähnt und bilden damit eine Gruppe, die von der in V. 12 erwähnten Volksmenge unterschieden wird. Es handelt sich um die Obersten des Volkes, d. h. die religiösen Führer. Das ist bei Johannes meist so, was ersichtlich ist in Stellen wie 1,19; 2,18; 5,10.15 etc. Die Führer hatten bereits für sich geurteilt, dass Jesus den Tod verdient habe (5,16); darum wollten sie ihn töten (7,1), und darum »suchten sie ihn auf dem Fest«. Nicht, dass sie von ihm lernen wollten; nicht, dass sie Klarheit bekommen wollten, wer er sei – sie wollten ihn beseitigen. Unter »den Volksmengen« hingegen war »viel Gemurmel … über ihn«. Das Volk hatte sich in seiner Auffassung über ihn noch nicht festgelegt, so wie die Obersten: »die einen sagten …; andere sagten …« Wenn einige unter den Volksmengen sagen: »Er ist gut«, beurteilen sie ihn zwar freundlicher, als die Obersten es taten, aber sie haben nur ihre Vermutungen – etwa, dass Jesus Elia oder Jeremia oder einer der Propheten sein könnte (Mt 16,14). Der Herr ist aber nicht bloß ein guter Lehrer, wie der reiche Jüngling wähnte (Lk 18,18); er ist der allein und der im absoluten Sinn Gute (Lk 18,19): Er ist Gott, er ist der Ewige, er ist der von Gott als Christus in diese Welt Gesandte. Nur wer das erkennt, steht fest in seiner Überzeugung und kann glückselig heißen (Mt 16,17). Teil 1: Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50) 306 Die vielen, die Jesus für gut hielten, änderten sehr schnell ihre Meinung und sagten, er habe einen Dämon (V. 20). Und ein halbes Jahr später stimmten sie in das Geschrei der Masse ein, man solle ihn kreuzigen. 13 Niemand jedoch sprach öffentlich von ihm aus Furcht vor den Juden. »aus Furcht vor den Juden«: Man wusste, was die Obersten über Jesus dachten und dass sie ihn zu töten suchten (V. 25), und man wusste auch, was es bedeutete, wenn man als einfacher Mann anders glaubte und urteilte als jene (siehe 9,22); darum sagte man lieber nichts über diese umstrittene Person. Diese Furcht vor den Juden erklärt aber auch, warum die Leute nur Meinungen und Vorstellungen von der Identität Jesu von Nazareth hatten. Wer die Menschen fürchtet und darum ihre An - erkennung sucht, kann nicht glauben (5,44); und wer nicht glaubt, kann den Sohn Gottes nicht erkennen (siehe 6,69). Wer hingegen Gott fürchtet, dem gibt Gott Erkenntnis (Spr 1,7). 3. Jesus im Tempel: der Unverstand der Juden (7,14-36) In den V. 14-24 geht es um die Frage der Lehre und der Werke Jesu; in den V. 25-32 geht es um die Frage, wer Jesus selbst ist und woher er gekommen ist; in den V. 33-36 sagt er dem Volk, dass er bald zurückkehren wird zu dem, der ihn gesandt hat. Der Abschnitt beginnt damit, dass Jesus das Volk im Tempel lehrt; aber sie gehen nicht ein auf den Weg, den er nennt, auf dem allein man Gewissheit über ihn bekommen kann (V. 17). Entsprechend bleiben sie unsicher, indem einige sagen, Jesus könne nicht der Christus sein, da sie ja wussten, woher er war, dass man dies aber vom Christus nicht wisse (V. 27); andere wieder meinten, er müsse doch der Christus sein, da er so viele Zeichen tat (V. 31). Wie das Volk auch nach allem, was der Herr über sich und über sie gelehrt hat, nicht weitergekommen ist, sehen wir am Schluss: Der Abschnitt endet mit lauter Fragen, welche die Leute zum Herrn und zu seiner Sendung haben (V. 33-36).307 Johannes 7 14 Als es aber schon um die Mitte des Festes war, ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. Als es »schon um die Mitte des Festes war«, hatten die Juden, die ihm nachspürten, gewiss geschlossen, er komme nicht. So ging er ungestört »hinauf in den Tempel und lehrte« (siehe 8,2). Er nahm sich zwar in Acht vor den Juden (V. 1), aber dennoch lehrte er nicht im Verborgenen, sondern frei und öffentlich (siehe auch 8,2; 18,20). 15 Da verwunderten sich die Juden und sagten: Wie besitzt dieser Gelehrsamkeit, da er doch nicht gelernt hat? Als sie hörten, wie Jesus im Tempel lehrte, »verwunderten sich die Juden«, denn sie merkten, dass er mit Autorität die Schrift zitierte und auslegte, anders als die Schriftgelehrten, die ihre Aussagen immer auf anerkannte, längst verstorbene Lehrer abstützten und sich so absicherten (siehe Mt 7,29). Das aber heißt, dass sie gemerkt haben müssen, dass er zumindest ein Prophet war, durch den Gott redete, wenn nicht gar der Prophet, den Mose angekündigt hatte (5Mo 18,15). Die Juden fragten sich, wie Jesus »Gelehrsamkeit« haben, also die Schrift kennen konnte, »da er doch nicht gelernt hat«, mē memathēkōs, zugespitzter: »da er kein Jünger gewesen ist«. Die Leute konnten es sich nicht anders denken, als dass man als Jünger bei einem anerkannten Rabbi lernen müsse, weil man sonst die Schrift nicht kennen könne. In der Christenheit wurde es bald auch so, dass man von der Kirche autorisiert sein musste, um im Volk Gottes lehren zu dürfen. Der Klerus nahm damit den gleichen Platz ein wie die Schriftgelehrten im Judentum. Das geschah nicht nur in der römisch-katholischen Kirche, sondern in etwas milderer Form auch in den Kirchen der Reformation. Akademische Ausbildung ebnete jedem den Weg, der von der Kirche als ordentlicher Lehrer eingesetzt werden wollte. Wer nicht in dieser Weise ordiniert war, konnte wie ein John Bunyan mit jahrelanger Haft bestraft werden. In V. 19 verweist der Herr auf Mose, der dem Volk das Gesetz gegeben hatte, weshalb wir annehmen können, er habe im Tempel eben Mose ausgelegt.

    Teil 1: Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50) 308 16 Da antwortete ihnen Jesus und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat. Auch Jesus hatte gelernt: »Meine Lehre ist nicht mein«, aber er hatte anders als die Schriftgelehrten seine Lehre nicht von Menschen gelernt, sondern von Gott, der ihn gesandt hatte. Aus dieser Tatsache und aus der entsprechenden Gewissheit ergab sich die Autorität, mit der er lehrte – etwas, was die Leute immer wieder erstaunte (Mt 7,28.29). Eigentlich hätten die Juden das wissen müssen, dass man von Gott gelehrt sein kann, denn: »Es steht in den Propheten geschrieben: ›Und sie werden alle von Gott gelehrt sein‹« (6,45). Sie wären auch von Gott gelehrt worden, hätten sie die Schriften gelesen; aber gerade das taten sie nicht, und wenn sie es doch taten, dann folgten sie stets sklavisch den Überlieferungen der Väter (siehe Mt 15,1-3). 17 Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist oder ob ich von mir selbst aus rede. Die Juden hätten längst Gewissheit über die Identität Jesu haben können, wären sie willig gewesen, Gottes Willen zu tun. Sie hatten das Gesetz, aber niemand tat es (V. 19). Hätten sie das Gesetz ernst genommen, also versucht, es zu tun, hätte das Gesetz sie überführt; es hätte ihre Sünde aufgedeckt, es hätte ihnen gezeigt, dass sie unfähig waren zum Guten (Ps 14,3; Röm 3,20; 7,7). Das hätte sie so gedemütigt, dass sie alle Worte Jesu und damit ihn selbst angenommen hätten. Aber sie glaubten Mose nicht (5,46.47), und das heißt, dass sie nicht auf ihn hörten, und darum hörten sie auch nicht auf Jesus. Ist jemand willig, auf den Sohn Gottes zu hören, wird ihm Gewissheit gegeben. Aber das ist gerade das Problem des Menschen. Er will nicht (5,40). Die göttliche Offenbarung leuchtet hell genug, und doch bleibt der Mensch im Dunkeln. Gott hat sich klar genug bekundet; und der Mensch hat Fähigkeit genug, Gott zu erkennen; das von Gott Erkennbare ist offenbar (Röm 1,19). Aber er will nicht annehmen, was er erkennt. Hier liegt der Grund, warum die Juden in ihren gegensätzlichen Meinungen über die Identität Christi verharrten, von denen dieses Kapitel spricht. Sie hätten Gewissheit über ihn haben können; aber sie 309 Johannes 7 wollten das nicht wirklich. Sie wollten gar nicht wissen, was Gott wollte, denn sie wollten sich selbst leben (vgl. Röm 14,7). »so wird er von der Lehre wissen«: Man muss Gewissheit haben; wir müssen wissen, wem wir geglaubt haben (2Tim 1,12); wir müssen wissen, von wem wir gelernt haben (2Tim 3,14). Wir müssen überzeugt sein, dass die Lehren des Herrn von Gott sind. 18 Wer von sich selbst aus redet, sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, dieser ist wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm. »Wer von sich selbst aus redet«, redet nicht die Wahrheit. In 8,44 werden wir vernehmen, dass der Teufel, der Lügner von Anfang an, aus seinem Eigenen redet. Wer aus sich selbst redet, »sucht seine eigene Ehre«, er verfolgt seine eigenen Zwecke. Er redet nicht zum Wohl und Heil der Mitmenschen, sondern einzig zu seinem eigenen Nutzen. Der Sohn Gottes aber suchte nicht seine eigene Ehre; er kam nicht, um sich selbst zu gefallen (Röm 15,3). Er suchte »die Ehre dessen …, der ihn gesandt« hatte, und er suchte das Heil der Menschen, zu denen er gesandt war. Darum ist er »wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm«. 19 Hat nicht Mose euch das Gesetz gegeben? Und keiner von euch tut das Gesetz. Warum sucht ihr mich zu töten? In V. 17 hatte der Herr den Juden gezeigt, wie sie Gewissheit über seine Lehre und damit über ihn selbst bekommen konnten: Sie mussten bereit sein, Gottes bereits offenbarten Willen zu tun. Aber sie taten das nicht. Sie gaben vor, das Gesetz ernst zu nehmen, aber sie nahmen es nicht ernst. Hätten sie alle Gebote und alle seine Lehren ernst genommen, wären sie durch das Gesetz so zubereitet gewesen, dass sie Christus sofort aufgenommen hätten. Das Gesetz hätte ihnen Erkenntnis ihrer Sünde gegeben und sie damit auf die Botschaft der Gnade vorbereitet. Es wäre ihnen ergangen wie König Josia, als ihm das Gesetz vorgelesen wurde: Er zerriss sein Gewand (2Kö 22,11), er fragte nach Gottes Urteil, und Gott antwortete ihm (2Kö 22,12-20).Teil 1: Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50) 310 »Hat nicht Mose euch das Gesetz gegeben? Und keiner von euch tut das Gesetz«: 101 Wir verstehen, wie schneidend dieses Wort war, wenn wir bedenken, dass an jedem siebten Laubhüttenfest nach der Weisung von 5Mo 31,10-13 das Gesetz vor dem Volk gelesen wurde, »damit sie hören und damit sie lernen und den HERRN, euren Gott, fürchten und darauf achten, alle Worte dieses Gesetzes zu tun«. Auf das Tun kommt es an: Wer Gottes Willen tun will … (7,17) – aber: »Keiner von euch tut das Gesetz.« Hatte Gott aber nicht im Gesetz den Propheten, den Messias, angekündigt und befohlen: »Auf ihn sollt ihr hören!« (5Mo 18,15)? – aber: »Keiner von euch tut das Gesetz.« Gott forderte Gehorsam, und wer die Forderung ernst nahm, musste zur Einsicht kommen, dass er sie nicht erfüllen konnte. Das taten die Juden nicht, und darum sahen sie nie, was das Gesetz auch bezeugte: Der Glaube ist das Mittel, durch das der Mensch Gerechtigkeit und Leben empfängt (1Mo 15,6; siehe Röm 4,1-8). Darum sagte der Herr, dass Glauben das Werk ist, das Gott von ihnen forderte (6,28.29). »Warum sucht ihr mich zu töten?«: Die Juden wollten Jesus töten, weil er das Gesetz gebrochen habe. Aber von ihnen tat ja selbst keiner, was das Gesetz forderte; sie hatten also selber die Todesstrafe verdient. Mit welchem Recht suchten sie dann ihn zu töten? Damit, dass sie Jesus töten wollten, demonstrierten sie selbst, wie sie das Gesetz brachen; denn als Summe forderte das Gesetz, dass man Gott über alles und den Nächsten wie sich selbst lieben sollte (siehe Mk 12,32.33). Sie aber hassten Jesus, und das ganz ohne Grund (siehe 15,24.25). 20 Die Volksmenge antwortete: Du hast einen Dämon; wer sucht dich zu töten? Die Reaktion der Volksmenge ist die eines jeden Sünders. Wir empören uns gegen die Wahrheit. Wir können und wollen nicht erkennen, wer wir und wie wir wirklich sind. Mit ihrer Frage, wer denn Jesus töten wolle, sagen sie eigentlich: »Es stimmt doch gar nicht, dass wir so sind. Wir haben zwar unsere Fehler und unsere Grenzen, aber wir meinen es eigentlich gut und sind im Grunde gar nicht so schlecht …« Während der Mensch an sich selbst Gutes sieht, kann er an dem Herrn nur Böses 101 vgl. Röm 2,25.311 Johannes 7 sehen: »Du hast einen Dämon« (siehe 8,48.52; 10,20). Was die Volksmenge hier tut, ist bezeichnend für den Menschen im Allgemeinen. Er klagt Gott an, während er sich selbst rechtfertigt. Er meint, Fehler zu finden an Gottes Handeln, an sich selbst will er keine sehen. 21 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ein Werk habe ich getan, und ihr alle verwundert euch. Der Herr antwortet nur indirekt auf die Beteuerung der Leute, niemand wolle ihn töten; denn wenn er sagt: »Ein [einziges] Werk habe ich getan«, verweist er auf den Gelähmten am Teich Bethesda, den er an einem Sabbat heilte (5,9). Darüber hatte man sich zunächst »verwundert«, und als man darüber nachdachte, wurde man zornig auf ihn (V. 23). Damals wollten die Juden ihn gerade deswegen töten (5,16), und das wusste man in Jerusalem (siehe V. 25). 22 Deswegen gab Mose euch die Beschneidung (nicht dass sie von Mose ist, sondern von den Vätern), und am Sabbat beschneidet ihr einen Menschen. 23 Wenn ein Mensch die Beschneidung am Sabbat empfängt, damit das Gesetz Moses nicht gebrochen wird, zürnt ihr mir, weil ich einen Menschen ganz gesund gemacht habe am Sabbat? Warum drückt der Herr sich so aus, dass er sagt: »Mose gab euch die Beschneidung«, um das sofort zu präzisieren: »nicht dass sie von Mose ist, sondern von den Vätern«? Offensichtlich, um den Hörern bewusst zu machen, dass die Beschneidung nicht vom Gesetz herrührt und dass sie eine andere Bedeutung hat, als sie ihr gaben. Paulus wird im Römerbrief die Lehre der Rechtfertigung durch den Glauben darauf aufbauen, dass die Beschneidung und das Gesetz mit seinen Forderungen nicht zuerst da waren. Der Glaube war zuerst da; Abraham glaubte, und dieser Glaube war es, der ihm zur Gerechtigkeit gerechnet wurde (Röm 4,3); und diesen Glauben hatte er, als er noch nicht beschnitten war (Röm 4,9.10). Der Glaube an den Sohn Gottes ist es, der dem Menschen den Geist Gottes und damit das Leben gibt (7,38.39). »Wenn ein Mensch die Beschneidung am Sabbat empfängt«: Immer wieder musste man, wenn man ein neugeborenes Knäblein am Teil 1: Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50) 312 vorgeschriebenen achten Tag beschnitt, das Gesetz brechen, damit man dem Gesetz gehorchen konnte. Das zeigt, dass man das Sabbatgebot brechen und schuldlos sein konnte (siehe auch Mt 12,5). Ja, man musste zuweilen den Sabbat brechen, wenn man Gott gefallen wollte. Das hatte Jesus getan, als er den Gelähmten am Teich Bethesda heilte; denn es ist wichtiger, dass man Gutes tut, als dass man den Sabbat hält (siehe Mt 12,12; Mk 3,4; Lk 13,15.16; 14,3-6): »Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde« (Jak 4,17). Damit demonstriert das Sabbatgebot, dass überhaupt das ganze Gesetz von Anfang an nicht dazu bestimmt war, Leben zu geben (Gal 3,21). Das konnte es gar nicht; denn es war nur ein Schatten der eigentlichen Substanz, des Körpers, welcher Christus ist (Kol 2,17; Hebr 8,5; 10,1). Es hatte keine Kraft, wie eben ein Schatten keine Kraft hat. Es konnte kein Leben geben, obwohl es heilig und das Gebot heilig und gerecht und gut war (Röm 7,12); aber der Mensch ist nicht gut. Darum war es kraftlos (Röm 8,3). 24 Richtet nicht nach dem Schein, sondern richtet ein gerechtes Gericht! Wer im Gesetz mit seinen Geboten gefangen ist, kann gar nicht anders, als »nach dem Schein« zu richten. Er schaut auf Äußerlichkeiten wie Beschneidung, gewaschene Hände, das Halten der Sabbatgebote usw. Darum wird er nie verstehen, warum Gott den Sabbat gab. Er wird nur die Form, aber nicht den Gehalt der Gebote verstehen und darum nie »ein gerechtes Gericht« fällen können. Aber wer kann das schon von sich aus? Und doch fordert es Gott von uns; denn auch hier müssen wir von unserer Unfähigkeit, das Gute zu tun, überführt werden. Was Jesus hier von den Juden fordert, tut er selbst. Jesaja hat vom Messias geweissagt: »… er wird nicht richten nach dem Sehen seiner Augen … er wird die Geringen richten in Gerechtigkeit« (Jes 11,3.4). 25 Einige von den Bewohnern Jerusalems sagten nun: Ist das nicht der, den sie zu töten suchen? »Nun«, als er über den Sabbat und über das rechte Richten gesprochen hatte, »sagten einige«, dass Jesus doch der Mann war, »den sie zu töten 313 Johannes 7 suchen«. Eben hatte die Volksmenge noch gesagt, niemand suche Jesus zu töten (V. 20), aber hier sehen wir, dass man in Jerusalem wusste, dass die Obersten ihn töten wollten. Aber warum sagen sie das gerade jetzt? Sie wollten nicht annehmen, was der Herr sagte, so rechtfertigten sie sich mit dem Hinweis, die Obersten hätten befunden, der Mann müsse beseitigt werden. Das aber bedeutete, dass man nicht auf ihn hören sollte. 26 Und siehe, er redet öffentlich, und sie sagen ihm nichts. Haben denn etwa die Obersten in Wahrheit erkannt, dass dieser der Christus ist? 27 Diesen aber kennen wir, woher er ist; wenn aber der Christus kommt, so weiß niemand, woher er ist. Ob »die Obersten in Wahrheit erkannt« hätten, »dass dieser der Christus ist«, war keine ernst gemeinte Frage, sondern vielmehr ein weiteres Argument, um nicht auf ihn zu hören. Einen ersten Grund hatten sie darin gesehen, dass er nicht bei einem Rabbiner gelernt hatte; und nun kommt dazu, dass die Obersten ihn nicht anerkannten. Außer Nikodemus, der zu den Obersten gehörte (3,1), war keiner unter den Obersten, der Jesus für den Messias hielt. Der konnte aus ihrer Sicht auch deshalb nicht der Christus sein, wusste man doch, »woher« er war, nämlich aus Nazareth in Galiläa. Dass aber der Messias aus Galiläa kommen sollte, war von vornherein ausgeschlossen (siehe unten V. 52). Zudem werde niemand, wenn »der Christus kommt«, wissen, woher er sei. In V. 42 sagen einige aus dem Volk, dass er nach der Schrift aus Bethlehem kommen müsse, und das war allgemein bekannt (siehe Mt 2,5). Aber gleichzeitig wusste man aus den Prophezeiungen, dass er nicht nur eine menschlich-irdische, sondern auch eine überzeitliche Herkunft haben würde. Beides rückt der Prophet Micha in einem Vers zusammen: »Und du, Bethlehem-Ephrata, zu klein, um unter den Tausenden von Juda zu sein, aus dir wird mir hervorkommen, der Herrscher über Israel sein soll; und seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her« (Mi 5,1). Der Messias würde aus Bethlehem, aber auch aus der Ewigkeit kommen; aber gerade das hatte Jesus den Juden immer wieder gesagt: Gott hatte ihn gesandt (V. 16) – und er wird es gleich wieder sagen (V. 28). Also war dieser Einwand wieder eine Ausflucht. Sie woll-Teil 1: Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50) 314 ten den Herrn nicht aufnehmen (1,11), und darum fanden sie stets Argumente, um ihre Ablehnung zu rechtfertigen. 28 Jesus nun rief im Tempel, lehrte und sprach: Ihr kennt mich und wisst auch, woher ich bin; und ich bin nicht von mir selbst aus gekommen, sondern der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, den ihr nicht kennt. 29 Ich kenne ihn, weil ich von ihm bin und er mich gesandt hat. 30 Da suchten sie ihn zu greifen; und niemand legte die Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war. Der Herr schwieg nicht zu den Diskussionen der Leute, sondern »rief im Tempel, lehrte und sprach«. Hatten wir bereits gesehen, dass das Licht, das mit ihm in die Welt kam, hell genug war, um jeden Menschen zu erleuchten, so können wir jetzt sagen, dass das Wort, das in die Welt kam und Fleisch wurde, laut genug redete. Die Weisheit ruft laut (Spr 1,20). Wenn der Mensch nicht hört, dann liegt das weder daran, dass die Stimme zu leise gewesen wäre, noch daran, dass der Mensch nicht hören könnte. Das Problem ist wiederum, dass er nicht hören will. Der Herr widerlegt beide Argumente von V. 27. Es stimmte: »Ihr kennt mich und wisst auch, woher ich bin …« Sie wussten, dass er aus Nazareth war, aber das war kein Beweis dafür, dass er nicht der Messias sein konnte (siehe 1,45-49). Und sie wussten auch, dass er von Gott sein musste; seine Zeichen bewiesen es (3,2). Aber sie kannten den nicht, der ihn gesandt hatte, und darum kannten sie den Gesandten auch nicht: Er war Mensch, das verstanden die Leute; er war aber auch Gott, der ewig bei Gott war und den Gott gesandt hatte. »den ihr nicht kennt«: Obwohl das Volk wissen musste, dass er von Gott war, kannten sie den, der seinen Sohn gesandt hatte, nicht. Aber sie wussten, wen er meinte, als er sagte: »Ich kenne ihn …« Nikodemus musste sich sagen lassen, dass er unwissend war (3,10), aber er ließ sich demütigen, und das war ihm zum Heil. Hier aber wollen die Leute sich das nicht gefallen lassen. Dieser Jesus soll Gott kennen, und sie nicht? Er erklärt, warum er Gott kennt: »… weil ich von ihm bin«: Für »von ihm« steht hier parʼ autou, parʼ autou, eigentlich »bei ihm«, wie in 1,14, wo es heißt, dass der Mensch Jesus die Herrlichkeit »eines Eingeborenen vom [d.h. bei dem] Vater«, para patros, hatte. Dass jemand 315 Johannes 7 »bei dem Vater« war, konnte man nur von Jesus, dem Sohn Gottes, sagen. Von Johannes und allen anderen Knechten Gottes kann man nur sagen, sie seien »von ihm« gesandt. Weil Jesus Gott ist, ist er bei Gott; und weil er Gott ist, kennt er Gott. Nur Gott kennt sich selbst vollkommen, wie Paulus in 1Kor 2,10 lehrt: Gott der Heilige Geist – er allein erforscht die Tiefen Gottes. Dass Jesus Gott kennen sollte und sie nicht, dass er gar »bei ihm« sein sollte, das war in den Ohren mancher Zuhörer so unerträglich, dass sie ihn greifen wollten: »Da suchten sie ihn zu greifen …« Sie wollten Hand an ihn legen, aber sie konnten es nicht, »weil seine Stunde noch nicht gekommen war« (siehe Auslegung zu V. 6 und V. 8). 31 Viele aber von der Volksmenge glaubten an ihn und sprachen: Wenn der Christus kommt, wird er wohl mehr Zeichen tun als die, welche dieser getan hat? »Viele aber von der Volksmenge glaubten an ihn«: Warum glaubten sie an ihn? Ihre Frage gibt Auskunft: »Wenn der Christus kommt, wird er … mehr Zeichen tun …?« Das Alte Testament hatte tatsächlich angekündigt, dass man den Messias auch an seinen Zeichen würde erkennen können (Jes 35). Erstaunlicherweise dachte die Samariterin an etwas anderes, was den Messias auszeichnen sollte: »Ich weiß, dass der Messias kommt … wenn er kommt, wird er uns alles verkündigen« (4,25). Und sie wurde in ihrer Erwartung bestätigt: Jesus von Nazareth verkündigte ihr alles, was sie wissen musste, um zum Glauben und zum Heil zu kommen. Die Juden warteten nur auf Zeichen, bekamen sie auch, und glaubten doch nicht (siehe 12,37). Darum fragt sich, ob die hier erwähnten Vielen aus der Volksmenge einen anderen Glauben hatten als jene, die wir in 2,23-25 kennengelernt hatten. 32 Die Pharisäer hörten die Volksmenge dies über ihn murmeln; und die Hohenpriester und die Pharisäer sandten Diener, damit sie ihn griffen. Als die Pharisäer hörten, wie das Volk hinter vorgehaltener Hand darüber diskutierte, ob die Zeichen, die Jesus tat, ihn nicht doch als den Messias auswiesen, mussten sie sofort handeln: Sie »sandten Diener, damit Teil 1: Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50) 316 sie ihn griffen«. Als der Herr das erste Mal in Jerusalem gewesen war zum Passah, hatten die Obersten abwartend beobachtet; einer von ihnen war zu ihm bekommen, allerdings nachts, denn er kam in eigener Sache. Beim zweiten Besuch in Jerusalem hatten die Werke und Worte des Herrn die Obersten zum Entschluss gebracht, ihn zu töten (5,18). Nun tun sie den ersten Schritt auf dem Weg dahin: Sie wollen ihn verhaften. Wagten die Obersten es nicht, dem Herrn persönlich gegenüberzutreten, dass sie Diener sandten? 33 Da sprach Jesus: Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, und ich gehe hin zu dem, der mich gesandt hat. 34 Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, dahin könnt ihr nicht kommen. »Da sprach Jesus«: »Da«, d. h. als die Juden Diener aussandten, um ihn zu greifen. Obwohl er das wusste und damit erkannte, wie die Feindschaft gegen ihn wuchs, lehrte er das Volk weiterhin. Er hörte nicht auf, um sie zu werben (siehe 12,35.36; Mt 23,37), denn er war vom Vater gesandt mit einem Auftrag. »Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch«, nämlich bis zum vom Vater verordneten Zeitpunkt (siehe Auslegung zu V. 6 und 8). Solange die Zeit noch währte, lehrte und rief er das Volk, aber das Volk sollte an diesem ersten Versuch, ihn zu greifen, erkennen, dass die Zeit kurz war – dass sie nicht mehr lange die Möglichkeit hatten, ihn zu hören und gerettet zu werden; jetzt hatten sie ihre Stunde der Heimsuchung, darum galt es jetzt zu tun, was Jesaja zu seiner Zeit gesagt hatte: »Sucht den HERRN, während er sich finden lässt; ruft ihn an, während er nahe ist« (Jes 55,6). »Ihr werdet mich suchen«, so, wie sie ihn zu Beginn des Laubhüttenfestes gesucht hatten (V. 11). Sie hatten ihn in der Mitte der Woche gefunden; aber nach seiner Rückkehr in den Himmel würden sie ihn umsonst suchen. Das sagt der Herr ihnen wenig später wieder (8,21), fügt dann aber hinzu, dass sie deshalb in ihren Sünden sterben werden; denn wer ihn nicht hat, ist verloren. Weist der Mensch das geduldige Werben Gottes ab, übergibt Gott ihn am Ende seiner Sünde, und dann wird er in der Not, wenn er sich aufmacht, Gott zu suchen, Gott nicht mehr finden können (Spr 1,24-30) und in seinen Sünden sterben.317 Johannes 7 »Glaubt, ehrt das Wort, lebt nach dem Worte Gottes, dieweil ihr’s habt … Aber hier meint man, das Wort werde ewig bleiben, das doch nur eine kleine Zeit bleibt und wartet; aber man kommt darum, wenn man’s nicht mit Dank und Ehrerbietung annimmt … Wenn das Wort weg ist, werdet ihr’s nicht lassen können und wolltet gern fromm und selig werden, Gottes Gnade und Vergebung der Sünden und den Himmel haben; aber es ist umsonst. Ihr werdet die Gnade, Vergebung der Sünden, Leben und Gerechtigkeit nicht finden, sondern es soll alles verdammt sein, auch das Beste, das ich tue … Also muss auch Deutschland dahingehen und herhalten … Gott kann die Undankbarkeit und Verachtung nicht dulden …« (Luther, Johannes-Evangelium, S. 254). Er würde diese Welt verlassen und hingehen »zu dem, der [ihn] gesandt hat«, zu seinem Gott und Vater; und dorthin konnte niemand, konnten auch seine Zuhörer »nicht kommen«. Kein Mensch kann zu Gott gelangen; keiner kann den Himmel ersteigen (3,13). Gott aber vermag, was kein Mensch vermag: Er kann ihm Leben geben und kann ihn in seiner Macht zu sich erheben (Eph 2,5.6; 1Thes 4,16-18). 35 Die Juden sprachen nun zueinander: Wohin will dieser gehen, dass wir ihn nicht finden können? Will er etwa in die Zerstreuung der Griechen gehen und die Griechen lehren? 36 Was ist das für ein Wort, das er sprach: Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und: Wo ich bin, dahin könnt ihr nicht kommen? »Die Juden sprachen nun zueinander«: Wie in 6,52 wandten sich die Juden nicht mehr an den Herrn, sondern blieben von ihm abgewandt. Darum konnten sie keine Einsicht gewinnen. Entsprechend enthüllt das, was sie sagten, nur ihren Unverstand, aber auch ihre Bosheit. Sie be - griffen nicht, »wohin … dieser gehen« würde, und es scheint, dass sie sich in ihrem Unverstand lustig machen über die Worte von der Sendung des Herrn. Ob er vielleicht »in die Zerstreuung«, d.h. zu den Juden gehen wolle, die zerstreut unter den Heiden lebten? Die waren in den Augen der Leute weniger rechtgläubig als die Juden im Land und galten daher als leichte Beute für allerlei Verführer. Oder wollte er, da vielleicht auch diese ihn nicht würden hören wollen, schließlich »die Griechen«, also die Heiden lehren? Genau das sollte geschehen; zwar ging Jesus Teil 1: Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50) 318 nicht während seiner Erdentage zu ihnen; aber er suchte sie heim durch die Predigt der Apostel und sammelte sich unter ihnen ein großes Volk. »Was sie im Spott redeten, musste sich in der Wahrheit erfüllen; sie haben geweissagt wie Kajaphas (11,50) und Pilatus (19,19)« (Lange). Weil die Juden zuerst den Herrn und dann seine Boten, die Apostel, abwiesen, ging das Evangelium zu den Heiden (Apg 13,46; 18,6). Das hatten die Propheten geweissagt (Jes 49,6; vgl. Apg 13,47), und der Herr hat es in einem Gleichnis bestätigt (Mt 21,43). »Ihr werdet mich suchen und nicht finden«: Die Juden verstanden diese Ankündigung nicht und nahmen sie deshalb nicht ernst. Genau darum musste es ihnen so ergehen. Sie würden suchen und nicht finden – was für ein Elend! Die Juden suchten nach der Kreuzigung zwar nicht Jesus, aber sie suchten den Messias, und keiner war da; und sie suchten Gott, und sie fanden ihn nicht. Warum nicht? Weil sie es auf ihre Weise taten: Sie suchten ihn im Gesetz; sie meinten, sie könnten dort Gerechtigkeit finden und damit auch den Gott der Gerechtigkeit (Röm 9,30-33; 10,3). Auf diesem Weg ließ Gott sich aber nicht finden; und in der Not, die über die Juden kam, weil sie den Messias verworfen hatten, schrien sie zu ihrem Gott, aber er hatte sein Angesicht vor ihnen verborgen, wie Mose geweissagt hatte (5Mo 32,20). An den Juden zeigt uns Gott, wie alle Menschen sind und wie es jedem ergeht, der sich den Worten des einzigen Retters verschließt. Dann mag er suchen, so viel er will, er wird nicht finden (siehe Spr 1,24-28). 4. Jesus am Laubhüttenfest: der Ruf zum lebendigen Wasser (7,37-44) Der vorherige Abschnitt (V. 14-36) begann damit, dass Jesus im Tempel stand und lehrte. Der vorliegende Abschnitt beginnt wieder im Tempel; doch jetzt lehrt er nicht, sondern jetzt ruft er die Menschen zu sich. Eben hatten die Juden sich lauter Fragen gestellt, die zeigten, wie ratlos sie waren angesichts der Worte und der Person des Herrn. Darauf antwortet der Herr mit seinen Ruf zum Glauben (V. 37.38). Anders als durch Glauben kann niemand ihn erkennen und seine Worte verstehen (siehe 6,68.69). Zudem sollte jeder, der glaubt, den Heiligen Geist 319 Johannes 7 empfangen (V. 39), durch den er volles Verständnis über die Wahrheit erlangen würde (siehe 14,26; 16,13). Der vorliegende Abschnitt endet mit der Antwort der Volksmenge auf den Ruf Jesu (V. 40-44). 37 An dem letzten, dem großen Tag des Festes aber stand Jesus da und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke! 38 Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. »An dem letzten, dem großen Tag« des Laubhüttenfests (3Mo 23,36.39) hielten die Juden eine besondere Feier mit besonderen zeremoniellen Handlungen ab, an die Jesus mit seinen Worten anknüpft (siehe im Folgenden den zweiten Exkurs zum Laubhüttenfest). Er geht in den Tempel, obwohl er weiß, dass seine Feinde ihn verhaften und töten wollen; doch nichts kann ihn daran hindern, den Willen dessen zu tun, der ihn gesandt hat. In bemerkenswerter Weise war an ebendiesem letzten Tag des Laubhüttenfests, am 21. des siebten Monats, etwa 500 Jahre zuvor das Wort des HERRN durch den Propheten Haggai an das Volk ergangen (Hag 2,1). In jener Weissagung tröstete der HERR sein Volk mit der Zusage, dass er mit seinem Geist inmitten des Volkes blieb (Hag 2,5), und er kündigte an, dass sein Christus kommen und das Haus, das Serubbabel gebaut hatte, mit Herrlichkeit füllen werde (Hag 2,7). Nun war dieses Wort wahr geworden: Der Sohn Gottes, der die Herrlichkeit des Eingeborenen vom Vater hatte (1,14), stand im Tempel; aber das Volk sah seine Herrlichkeit nicht. Und er rief das Volk zu sich, damit es komme und von ihm den Heiligen Geist empfange. Doch er rief umsonst; das Volk kam nicht. Aber das Wort des HERRN an Haggai wird noch in Erfüllung gehen: Der Herr wird am Ende der Tage Himmel und Erde erschüttern (Hag 2,6; Lk 21,11.26; Hebr 12,26.27), dann wird der Christus ein zweites Mal kommen, und dann werden alle seine Herrlichkeit sehen, und dann wird der HERR den Heiligen Geist ausgießen über sein Volk (Hes 39,29). Er »stand … da und rief«, laut und für alle vernehmbar (wie oben in V. 28). Alle sollten seine Stimme hören, alle waren gemeint; jeder durfte kommen.

    Teil 1: Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50) 320 »Wenn jemand dürstet«: Der Herr ruft die Menschen, die nach Gott dürsten wie David (Ps 63,2) und wie die Söhne Korahs (Ps 42,2.3). Warum dürsteten jene nach ihm? Weil sie empfanden, dass sie ohne Gott ganz arm waren. Er ruft die Menschen, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten (Mt 5,6). Und warum dürsten sie? Weil sie keine Gerechtigkeit besitzen, aber wissen, dass sie gerecht sein müssen, wenn Gott sie annehmen soll. Wer dürstet, kommt zum Herrn, und er bekommt Gerechtigkeit von Gott und das Wasser des Lebens umsonst (Offb 21,6; 22,17). »Der Durst ist … ein Durst der Seele und ein geistlicher Durst, das heißt, ein herzliches Verlangen, ein betrübtes, elendes, erschrecktes, geplagtes Gewissen, ein verzagtes, erschrockenes Herz, das gerne wissen wollte, wie es mit Gott dran wäre … die sich vor unserem Herrn und Gott fürchten, sein Gesetz, Zorn, Gericht, Tod und andere Strafen ansehen. Diese Angst ist der rechte Durst …, wenn die Angst da ist und die Sünde und der Zorn Gottes einem unter die Augen stoßen … Das Gesetz macht einen Durst und führt zur Hölle. Das Evangelium tränkt wieder und führt zum Himmel … Das Gesetz macht allein durstig und führt zu nichts, als dass es die Herzen erschrecke. Das Evangelium macht allein voll und tröstet das Gewissen« (Luther, Johannes-Evangelium, S. 255-256). »so komme er zu mir und trinke«: Wir hatten in 5,40 gesehen, dass die Juden nicht kommen wollten. Aber man muss zu ihm kommen, wenn man trinken will. Und wer zu ihm kommt, bekommt Wasser »aus den Quellen des Heils«, von denen Jesaja geweissagt hatte (Jes 12,3; un - revidierte Elberfelder). Ja, er war der wahre Fels, aus dem Wasser floss, mit dem Gott sein Volk tränken wollte (siehe 2Mo 17,6 und 1Kor 10,4). Jes 49,7-10 weissagt zunächst vom Herrn, den man in seiner Niedrigkeit verachten und verabscheuen würde (Jes 49,7) – so, wie es die Obersten der Juden taten (siehe Auslegung zu 7,45-48); und dann kündigt er einen Tag des Heils an (Jes 49,8), an dem Israels Erbarmer sein Volk an Wasserquellen führen wird, sodass es nicht mehr dürsten muss (Jes 49,10). In Jes 55,1 ruft der HERR sein Volk auf, zu kommen und zu trinken. Dieser Tag des Heils war nun gekommen (wie der Herr selbst in Lk 4,18-21 und Paulus in 2Kor 6,2 bestätigt). Nun stand der Erbarmer Israels da und wiederholte die siebenhundert Jahre zuvor gemachte Einladung. In 1,1-3 hatten wir erfahren, dass alles durch das Wort geworden ist. In Spr 3,19 lehrt Salomo: »Der HERR hat durch Weisheit die Erde 321 Johannes 7 gegründet …« Diese Weisheit ist also das Wort, von dem Johannes spricht, das heißt Christus. In Spr 1,20-23 spricht Salomo von der Weisheit Gottes, die zu den Menschen ruft und sie auffordert, sich zu ihr zu wenden, und wie er ihnen den Heiligen Geist verheißt. Als Jesus am letzten Tag des Laubhüttenfests im Vorhof des Tempels stand und jeden Dürstenden zu sich rief und ihm verhieß, dass lebendiges Wasser aus seinem Leib strömen werde, erwies er sich als ebendie Weisheit Gottes, von der Salomo gesprochen hatte. »Wer an mich glaubt« bedeutet so viel wie »wer zu mir kommt«. An den Herrn zu glauben und zu ihm zu kommen, fallen in eins zusammen, wie wir in 6,36.37 gesehen haben. »wie die Schrift gesagt hat«: In Hes 47 steht, dass aus dem Tempel solche Ströme fließen werden. In 2,19ff. sprach der Herr vom Tempel, den man abbrechen und er aufbauen werde, und meinte damit seinen Leib. Somit können wir wohl sagen: Hes 47 könne sich auch – natürlich nicht ausschließlich – auf den Leib des Gläubigen beziehen. Dabei müssen wir bedenken, dass »Leib« im Alten Testament das Innere des Menschen bezeichnen kann (siehe Spr 20,27). Es ist auch denkbar, dass der Herr mit dem Wort »Leib«, koilia, auf den großen goldenen Krug anspielte, der ein großbauchiges Gefäß war, aus dem das Wasser aus dem Teich Siloah ausgegossen wurde, wie Bengel erklärt (siehe Anmerkungen zu Kapitel 7). Anders als aus diesen Gefäßen würde aus dem Leib des Gläubigen nicht gewöhnliches Wasser, sondern göttliches, geistliches, lebendiges Wasser fließen. Was der Gläubige von Christus empfängt, behält er nicht für sich, sondern von ihm fließt es weiter zu den Menschen. Entsprechend hat die Schrift geweissagt, dass die Erlösten wie ein Wasserquell sein werden, dessen Wasser nicht versiegt (Jes 58,11). Das gilt jetzt für den Christen, das wird in Zukunft für die gläubigen Israeliten gelten. Diese Verheißung des Herrn bedeutet, dass der Heilige Geist, den der Christ durch den Glauben empfängt (V. 39), nicht nur ihm selbst, sondern auch anderen eine Quelle lebendigen Wassers wird, die ins ewige Leben quillt (4,14). Darum kann Paulus an Philemon schreiben: »… die Herzen der Heiligen [sind] durch dich, Bruder, erquickt worden« (Phim 7; siehe auch 1Kor 16,18).Teil 1: Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50) 322 39 Dies aber sagte er von dem Geist, den die an ihn Glaubenden empfangen sollten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war. »Dies … sagte er von dem Geist«: So erklärt Johannes dem gläubigen Leser, was diese Worte bedeuten. Das lebendige Wasser steht wie in 4,14 im übertragenen Sinn für den Geist Gottes. Wie das Wasser Leben spendet, so gibt der Geist Leben aus Gott. Es mag sein, dass der Herr an die Worte der Lehrer in Israel anknüpfte, nach denen »dieses Ausgießen von Wasser (bei dieser Feier am letzten Tag des Festes [Anmerkung B. Peters]) die Ausgießung des Heiligen Geistes bedeutete« (Lightfoot). Warum hat der Herr gerade am Laubhüttenfest dem Volk den Heiligen Geist verheißen? Das Laubhüttenfest war das Fest der Freude, das letzte des Jahres, das man feierte, nachdem man den Ertrag des Feldes eingesammelt hatte: »Und ihr sollt euch … Frucht von schönen Bäumen nehmen … und euch vor dem HERRN, eurem Gott, freuen sieben Tage« (3Mo 23,40). »Ein allgemeiner Jubel und mancherlei pomphafte Zeremonien fanden bei diesem Fest statt, sodass die Rabbinen zu sagen pflegten, wer diese Festlichkeiten nicht gesehen habe, wisse nicht, was Jubel sei …«102 Wie aber soll Frucht heranwachsen, die Gott gefällt, und wie soll man sich vor Gott freuen können ohne den Heiligen Geist? Einzig durch den Geist und in dem Geist kann das geschehen (siehe Röm 14,17; Gal 5,22). Den »an ihn Glaubenden« ist verheißen, dass sie den Heiligen Geist empfangen werden. Die Jünger glaubten und warteten nach der Auferstehung und Himmelfahrt des Herrn in Jerusalem, bis sie angetan wurden mit Kraft aus der Höhe (Lk 24,49), denn so hatte der Herr ihnen befohlen (Apg 1,4). An Pfingsten empfingen sie den Geist, den der Herr an diesem letzten Tag des Laubhüttenfestes verhieß. »weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war«: Der Heilige Geist konnte erst gegeben werden, nachdem Jesus verherrlicht worden war, wie er selbst in 16,7 sagt: »Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, dass ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Sachwalter nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden.« Das bedeutet, dass er in die Welt gesandt wurde, um 102 G.H. Majus, diss. de haustu aquarum, zitiert von Lange.323 Johannes 7 den Sohn Gottes zu verherrlichen. So wird es der Herr selbst noch sagen (16,14). Zweiter kleiner Exkurs zum jüdischen Laubhüttenfest Das Laubhüttenfest war das siebte und letzte im hebräischen Festkalender. Es fiel auf das Ende der Erntezeit, und es war in besonderer Weise das Fest der Freude: »… am fünfzehnten Tag des siebten Monats, wenn ihr den Ertrag des Landes eingesammelt habt, sollt ihr das Fest des HERRN feiern sieben Tage; am ersten Tag soll Ruhe sein, und am achten Tag soll Ruhe sein. Und ihr sollt euch am ersten Tag Frucht von schönen Bäumen nehmen, Palmzweige und Zweige von dicht belaubten Bäumen und von Bachweiden, und sollt euch vor dem HERRN, eurem Gott, freuen sieben Tage« (3Mo 23,39.40). Anders als Passah, Erstlingsgarbe und Wochenfest, welche sich mit dem Tod und der Auferstehung des Herrn (1Kor 5,7; 15,20) und mit der Ausgießung des Heiligen Geistes (Apg 2,1) schon erfüllt haben, hat das Laubhüttenfest seine Erfüllung noch nicht gefunden, denn es weist in die Zeit, in welcher der Sohn die ganze Ernte der Mühsal seiner Seele (siehe Jes 53,11) einbringen wird, d.h. neben dem am Ende der Zeit bekehrten Israel auch die Nationen. Dann werden die prophetischen Worte, die der HERR durch Mose gesprochen hat, in Erfüllung gehen: »Jubelt, ihr Nationen, mit seinem Volk« (5Mo 32,43); dann werden Israel und die Nationen sich des Heils und des Segens freuen. Dann wird sich für Israel und die Nationen auch erfüllen, was an Pfingsten bei der Geburt der Gemeinde ein erstes Mal geschah: Der HERR wird seinen Geist ausgießen, zuerst über Israel (Hes 39,29), dann über »alles Fleisch« (Joe 3,1). Zum siebten Tag des Laubhüttenfests erklärt Alfred Edersheim: »Die Pilger sind alle festlich angezogen. In der Rechten trägt jeder den sogenannten Lulabh, das zwar einfach ›Zweig‹ oder ›Palmzweig‹ be - deutet, der indes ein Bündel war aus Myrte, einem Weidenzweig und einem Palmzweig dazwischen. Das sollte die Erfüllung der Anweisung von 3Mo 23,40 sein. Die in jenem Vers erwähnte ›Frucht‹ soll der Ethrog gewesen sein, eine Zitronenart … Mit dem Lulabh in der Rechten und dem Ethrog in der Linken teilte sich die Festgemeinschaft in drei Züge. Teil 1: Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50) 324 Ein Teil blieb im Tempel, um das Morgenopfer vorzubereiten, ein anderer zog in das untere Jerusalem an einen Ort genannt Moza … Der dritte Zug … folgte unter Musikbegleitung … einem Priester mit einem goldenen Wasserkrug, der drei Log enthielt … Hier war, … noch immer innerhalb der Stadtmauer, der Teich Siloam … Der Priester füllte seinen goldenen Krug mit dessen Wasser und kehrte zum Tempel zurück, gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie man die Opferstücke des Morgenopfers auf den Brandopferaltar legte. Ein dreifacher Stoß aus den Trompeten der Priester begrüßte den zurückkehrenden Priester, als er gerade durch das Wassertor, das von ebendieser Zeremonie den Namen hatte, geradewegs in den Vorhof der Priester schritt. Hier traf er auf einen anderen Priester, der den Wein des Trankopfers trug. Die beiden Priester stiegen die Rampe zum Altar hinauf und wandten sich zur Linken. Dort waren zwei silberne Trichter …, die zum Fuß des Altars führten. In den östlichen, der etwas weiter war, goss man den Wein, in den westlichen, etwas engeren, das Wasser … Unmittelbar nachdem das Wasser ausgegossen worden war, stimmte man im Wechselgesang und unter Flötenbegleitung das große Hallel an, das aus den Psalmen 113 bis 118 besteht. Jedes Mal, nachdem die Leviten die erste Zeile eines jeden dieser sechs Psalmen gesungen hatten, wiederholte das Volk die Zeile, aber auf jede nächste Zeile antwortete das Volk mit ›Hallelu Jah‹ (›Lobt den HERRN‹). Aber beim 118. Psalm wiederholte das Volk nicht nur die erste Zeile …, sondern auch die folgenden: ›Bitte, HERR, rette doch!‹ (V. 25a), ›Bitte, HERR, gib doch Gelingen!‹ (V. 25b) und den letzten Vers: ›Preist den HERRN …‹ Als sie diese Zeilen sangen, schüttelte jeder seinen gegen den Altar ausgestreckten Lulabh, als wollten sie mit diesem Zeichen der Vergangenheit den Grund ihres Lobes ausdrücken und Gott an seine Verheißungen erinnern …« (Edersheim, Bd. II, S. 157-159). Wir müssen es uns wohl so denken, dass der Herr im Vorhof des Tempels stand und wartete, bis der Gesang verklungen war. Und dann durchbrach er die Stille mit seinem lauten Ruf: »Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke!«325 Johannes 7 40 Einige nun von der Volksmenge sagten, als sie diese Worte hörten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet. 41 Andere sagten: Dieser ist der Christus. Andere sagten: Der Christus kommt doch nicht aus Galiläa? 42 Hat nicht die Schrift gesagt: Aus dem Geschlecht Davids und aus Bethlehem, dem Dorf, wo David war, kommt der Christus? 43 Es entstand nun seinetwegen eine Spaltung in der Volksmenge. 44 Einige aber von ihnen wollten ihn greifen, aber keiner legte die Hände an ihn. Wir können die Wirkung der Worte des Herrn gut verstehen. So genau passte sein Aufruf zum Fest, das man nach der Weisung des Gottes Israels feierte. Er, der sie einlud, war der Gleiche, der auf dem Berg Sinai zu Mose gesprochen hatte. Nun stand er da und rief das Volk zu sich, damit es in ihm die Erfüllung all dessen finde, was das Gesetz nur angekündigt hatte, aber nie hatte geben können. Beachten wir, dass das Volk sagte: »Dieser ist wahrhaftig der Prophet«, nicht »der König«; denn sie hörten ihn rufen, und seine Worte und seine Lehre bewiesen, dass er »der Prophet« sein musste. Das war eine korrekte Schlussfolgerung. Richtig beobachten und folgern genügt aber nicht. Wo kein Glaube ist, ist auch keine Gewissheit über die Identität Jesu. So sagten andere: »Dieser ist der Christus.« Wie die Männer, die von den Obersten zu Johannes gesandt worden waren, versteht auch das Volk nicht, dass der Prophet und der Christus die gleiche Person ist (siehe 1,20-25). Das Volk ist sich nicht sicher, und darum wenden andere ein: »Der Christus kommt doch nicht aus Galiläa?« Auch Nathanael hatte deshalb das Zeugnis von Philippus nicht ohne Weiteres annehmen können; aus Galiläa konnte doch der Christus nicht kommen (1,45.46). Aber als Nathanael Jesus selbst hörte, verschwand jeder Zweifel, und er konnte bekennen: »Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels« (1,49). Hier haben die Leute ihn auch gesehen und gehört. Doch bleiben sie im Dunkeln. Sie sagen zwar ganz richtig, dass der Messias »aus Bethlehem, dem Dorf, wo David war« kommen müsse, aber in ihren Herzen geschieht nichts. Hätte nicht alles, was sie gesehen und gehört hatten, sie veranlassen müssen, zu fragen, ob er vielleicht gar nicht aus Galiläa stamme, auch wenn er den größten Teil seines Lebens dort verbracht hatte? Sind sie zu entschuldigen, wenn sie nicht weiterfragten, bis sie über ihn Gewissheit hatten? Teil 1: Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50) 326 5. Jesus und der Unverstand der Obersten (7,45-52) Im ersten Teil dieses Abschnitts steht ein Bekenntnis, das Jesus als wahren Propheten ausweist: Jesus redete, wie nie ein Mensch geredet hat (V. 46); er endet mit einem Satz, der dieses Bekenntnis abschlägt: Der Mann ist aus Galiläa; er kann kein Prophet sein (V. 52). Entsprechend ändert sich an den Obersten nichts; sie ziehen sich zurück in ihre Höhlen, um darüber zu brüten, wie sie Jesus fällen können (siehe 8,6). 45 Die Diener kamen nun zu den Hohenpriestern und Pharisäern, und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht? 46 Die Diener antworteten: Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch. »Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch«: Das war immer wieder der Eindruck der Leute. Die Leute, die den Herrn in der Synagoge in Nazareth gehört hatten, »verwunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund hervorgingen« (Lk 4,22). Die Zuhörer der Bergpredigt »erstaunten … sehr über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat« (Mt 7,28.29). Auf die Diener der Obersten hatten seine Worte solche Wirkung, dass sie ihn nicht anzutasten wagten. Da war ein Mensch, der so redete, wie sie noch nie jemanden hatten reden hören; er musste ein Prophet sein. »Dieser Mensch« war ein sündloser Mensch; er war ganz so, wie Gott den Menschen einst geschaffen hatte. Außer ihm haben alle Menschen die Gabe der Sprache sündig gebraucht: Sie haben mit Lügen Menschen gefangen, mit bösen Worten ihre Nächsten geschlagen, mit Halbwahrheiten andere hinters Licht geführt, mit Übertreibungen sich selbst erhöht, mit Beschönigungen sich selbst entschuldigt, mit unreinen Worten Gott entehrt, mit Schweigen andere verraten. Wer im Wort nie strauchelt, ist ein vollkommener Mann (Jak 3,2). Das war Jesus.327 Johannes 7 47 Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid ihr denn auch verführt? Die Frage »Seid ihr denn auch verführt?« zeigt, wie die Pharisäer ihr Urteil längst gebildet hatten. Sie mussten nicht mehr nachforschen, wer Jesus wirklich war. Seine Worte mögen ja imponiert haben, aber er sei kein Prophet, sondern ein Verführer. Das hatten die Pharisäer offensichtlich bereits unter dem Volk verbreitet, sodass manche es ihnen dort schon nachredeten (V. 12). So verdreht ist der Sünder: Er nennt den einzigen wahren Führer einen Verführer; er wird schließlich den Menschenmörder dem Urheber des Lebens vorziehen (18,39.40; Apg 3,14.15). 48 Hat wohl jemand von den Obersten an ihn geglaubt, oder von den Pharisäern? Der Herr hatte kurz davor befohlen: »… richtet ein gerechtes Gericht!« (V. 24). Das hatten die Obersten ignoriert, wie ihre Gegenfrage zeigt: »Hat wohl jemand von den Obersten an ihn geglaubt, oder von den Pharisäern?« Das war das entscheidende Kriterium, nach dem sie ihre Urteile fällten, und damit offenbarten sie die hohe Meinung, die sie von sich hatten. Wenn von ihnen niemand an Jesus glaubte, dann war der Fall erledigt. Ihr Unglaube war Beweis genug, dass Jesus ein Verführer war. Sie maßen alles und alle an sich selbst statt an Gott und an seinem Wort. Das ist grenzenlose Vermessenheit, ganz buchstäblich: Man misst falsch, ver-misst sich also. Und die Obersten meinten, das Volk müsse sich an ihnen ausrichten; denn sie, die Obersten der Juden, konnten nicht irren. Das Gleiche zeigt sich beim Verhör des Herrn. Wo Pilatus sie fragt, welche Anklage sie gegen Jesus vorzubringen hätten, antworten sie: »Wenn dieser nicht ein Übeltäter wäre, hätten wir ihn dir nicht überliefert.« Wenn sie ihn anklagten, brauche es keine weiteren Beweise dafür, dass er ein Übeltäter sei (18,29.30).Teil 1: Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50) 328 49 Diese Volksmenge aber, die das Gesetz nicht kennt, sie ist verflucht! Hier nennen die Obersten das zweite Kriterium, nach dem sie urteilten: So, wie alles, was sie selbst meinen, definitionsgemäß richtig sein müsse, sei ebenso definitionsgemäß alles, was das Volk glauben mag, falsch. Es stimmt zwar, dass wer das Gesetz nicht kennt, verflucht ist; er bleibt seiner Sünden wegen unter dem göttlichen Zorngericht, denn: »… so viele ohne Gesetz gesündigt haben, werden auch ohne Gesetz verlorengehen« (Röm 2,12). Das meinten die Obersten aber nicht; sie verachteten das Volk, weil es nicht wie sie in der rabbinischen Gesetzesauslegung geschult war. Das Volk sei also »verflucht«, weil es das Gesetz nicht kannte. Darum verurteilen die Obersten die Leute; der Herr hingegen tadelt am Volk, dass keiner das Gesetz tut (V. 19). Aber auch wer das Gesetz kennt, ist verflucht, denn: »Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben ist, um es zu tun!« (Gal 3,10). Das konnten die Obersten wissen, denn Mose hatte es gelehrt (5Mo 27,26). Aber die Forderungen des Gesetzes beunruhigten sie nicht, hatten sie doch mit ihren Menschengeboten Gottes Gesetz so vollständig zugeschüttet, dass sie es gar nicht mehr hören konnten (Mt 15,6). Und wenn sie je etwas davon hörten, fühlten sie sich nicht betroffen. Wenn der reiche Jüngling schon von sich sagte, er habe von seiner Jugend an die Gebote Gottes gehalten (Mk 10,20), dann dachten das die Obersten erst recht von sich. 50 Da spricht Nikodemus zu ihnen, der einer von ihnen war: 51 Richtet denn unser Gesetz den Menschen, ehe es zuvor von ihm selbst gehört und erkannt hat, was er tut? Nikodemus war »einer von ihnen«, aber er war einmal in der Nacht zum Herrn gekommen. Damit ist die ganze Spannung umrissen, in der dieser Mann stand. Er hatte vom Herrn Worte gehört, die ihn offenkundig nicht mehr losgelassen hatten; und nun hatten die von den Pharisäern ausgesandten Diener daran erinnert, dass diese Worte ganz unvergleichlich waren. Nikodemus war aber auch ein Schriftgelehrter, und das war sein ganzer Lebensinhalt. Seine ganze Kindheit und Jugend waren auf dieses Ziel ausgerichtet gewesen: Er wollte einmal Lehrer des Gesetzes 329 Johannes 7 werden, und nun war er sogar »der Lehrer Israels« (3,10). Als solcher gehörte zu einer Berufsgruppe, die jedem, der zu ihr gehörte, Ansehen brachte, und zudem war er Mitglied der einflussreichen Bruderschaft der Pharisäer (3,1). Das alles hielt ihn noch gebunden. Doch jetzt exponierte er sich, war bereit, eine Lanze zu brechen für den Nazarener, den man unter seinen Berufskollegen längst abgeschrieben hatte. Unter diesen Umständen war seine Frage kein schwaches Zeugnis seines Glaubens. Er war bereit, sein Ansehen unter denen einzubüßen, die bisher in seinem Leben allein gezählt hatten. Wenn die Römer ihn seiner Religiosität wegen verachteten, war das ihm eine Ehre; wenn seine Freunde und Kollegen ihn verachteten, verlor er eine ganze Welt. Nikodemus war bei allem Mut auch besonnen. Er stellte eine Frage, die sie nicht widerlegen konnten. Vielleicht, dass er mit dieser Frage auch einige seiner Freunde zu einer Revision ihres Urteils über Jesus von Nazareth bewegen wollte; denn jeder musste erkennen, dass seine Frage keineswegs ungehörig war: »Richtet denn unser Gesetz den Menschen, ehe es zuvor von ihm selbst gehört und erkannt hat, was er tut?« Die Antwort war allen selbstverständlich; sie hielten ja auch ein Verhör, bevor sie Jesus verurteilten, und wahrten so die rechte Form, wenn auch der Ausgang des Verhörs schon feststand. 52 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du etwa auch aus Galiläa? Forsche und sieh, dass aus Galiläa kein Prophet aufsteht. »Bist du etwa auch aus Galiläa?«: Deutlicher als mit dieser Frage hätten die Obersten nicht offenlegen können, dass die Wahrheit sie nicht mehr interessierte. Der Rabbi aus Galiläa war für sie ein Verführer. Wer für ihn auch nur Verständnis zeigte, war nicht besser als er – auch ein »Galiläer«. Sie verwendeten einen oft verwendeten rhetorischen Kunstgriff. Wenn man jemandes Meinung oder Überzeugung abfertigen will, muss man ihn nur in die Nähe einer anrüchigen Person oder Gruppierung rücken; dann muss man nicht weiter fragen, was er denkt und urteilt. »Was? Du behauptest, die Frau müsse dem Mann untertan sein? Bist du ein Taliban?« »dass aus Galiläa kein Prophet aufsteht«: Schon zum dritten Mal in diesem Kapitel wird von der Herkunft des Messias gesprochen. Die Teil 1: Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50) 330 Schriftgelehrten sagten richtig, dass der verheißene Prophet nicht aus Galiläa aufstehen werde. Warum erkundigten sie sich aber nicht nach der Herkunft Jesu von Nazareth? Wäre es so schwer gewesen, herauszufinden, ob er denn auch von dort stammte, wo er aufgewachsen war? Aber man wollte nichts anderes wissen, denn man wollte nicht an ihn glauben. Das ist immer das Problem. Es liegt nicht am Mangel an Indizien oder Beweisen, sondern es liegt am Unwillen des Menschen, dass er den Sohn Gottes nicht erkennt. 53 Und sie gingen ein jeder in sein Haus. Wie jeder »in sein Haus« ging, ist geradezu sinnbildlich. Die Obersten waren einmal mehr vor die Frage gestellt geworden, wer Jesus von Nazareth war, aber sie kehrten zurück zum Altbekannten, sie verharrten in den Positionen, die sie bereits eingenommen hatten. Ein jeder hielt fest am Überlieferten, das sein Zuhause war, und in diesem Haus fühlte er sich sicher, das wollte er nicht verlassen. Sonst hätte er nämlich an den Sohn Gottes glauben müssen; er hätte sich selbst verurteilen, seine hohe Meinung von sich selbst als Sünde bekennen und sich als hilfloser Sünder ganz auf die Gnade Gottes werfen müssen. Jesus aber ging an den Ölberg (8,1), an den Ort, wo er seine Endzeitrede hielt (Mt 24), an den Ort, von dem er in den Himmel auffuhr (Apg 1,12) und wo er wieder zurückkommen wird (Sach 14,4). Anmerkungen zu Kapitel 7 »Im 7. Kapitel wollen seine Brüder nach dem Fleisch, die noch immer im Unglauben gefangen sind, dass er sich der Welt zeige … aber die Zeit dazu war noch nicht gekommen. Wenn der Typus des Laubhüttenfestes in Erfüllung geht, dann wird er das tun. Die Erfüllung des Passahfestes war das Kreuz, die des Wochenfestes (Pfingsten) war die Ausgießung des Heiligen Geistes. Das Laubhüttenfest ist noch nicht in Erfüllung gegangen. Es wurde nach der Ernte und Traubenlese gefeiert; dabei gedachte Israel mit Freude der Pilgerreise vor dem Eingehen in die Ruhe, die Gott ihnen im Land Kanaan bereitet hatte. Die Erfüllung dieses Typus wird also geschehen, wenn nach dem Gericht über die Gottlosen 331 Johannes 7 … Israel im Land wohnen und im Besitz aller verheißenen Segnungen sein wird. Dann wird Jesus sich der Welt zeigen. Aber zu der Zeit, von der wir hier sprechen, war seine Stunde noch nicht gekommen. Er würde aber nach seinem Weggang (V. 33.34) denen den Heiligen Geist geben, die an ihn glaubten (V. 38.39)« (J.N. Darby, Synopsis). V. 1 – »Ihr seht doch, dass der Herr Christus die Gefahr meidet und sich nicht vermessen in Gefahr begibt, auf dass er Gott nicht versuche … Christus spricht nicht: Gib dich mutwillig in Gefahr, laufe von deinem Weibe oder verlasse die Deinen; sondern, wenn es dahin kommt, dass man mich um des Evangeliums willen strafen und verjagen will …, da sei keck und sei ein Mann, dass du sagest: Nein, Bischof, Fürst, Pfaffe, Teufel, das sollst du nicht vermögen. Spricht er: So nehme ich dir den Hals, Weib und Kind, so sage du: Ei, das magst du nehmen … Wo aber nicht Not da ist, soll ein jeder an seinem Ort und in seiner Stadt bleiben … und in seinem Beruf und Stand. Kommt aber der Fall, dass man den Stand oder Beruf verlassen muss oder den Herrn Christus verleugnen, ehe ich da Christus verleugne, sage ich: Ich will fahren lassen meinen Hals, auch Haus und Hof …« (Luther, Johannes-Evangelium, S. 247-248). V. 8 – »Jesus wusste wohl, dass ein Fest bevorstand, an dem er die große messianische Kundgebung, die seine Brüder forderten, vornehmen würde, aber dass es nicht das jetzt nahende Fest sein sollte. Sein irdisches Werk war noch nicht vollendet. Denn es war nicht am Laubhüttenfest, sondern am Passahfest, dass er sterben musste. Daher der Nachdruck, mit dem er im zweiten Glied – nach der byzantinischen Lesart sogar in beiden Gliedern – sagt: ›zu diesem Fest‹. Sobald man die Antwort Jesu auf jenen Tag bezieht, an dem die Aufforderung der Brüder sich erfüllen wird, braucht man nicht mehr das oupo (noch nicht) einfügen, mit dem schon sehr frühe Abschreiber das Verständnis hatten erleichtern wollen. Diese Lesart ist sogar widersinnig, denn es ist klar, dass Jesus nicht hätte sagen können: ›Ich gehe nicht jetzt, sondern erst in zwei oder drei Tagen.‹ Der Gegensatz, an den Jesus denkt, ist ein ganz anderer. Er ergibt sich aus der Aufforderung seiner Brüder wie folgt: ›Es ist nicht am jetzt folgenden Fest, dass ich meinen messianischen Einzug in Jerusalem vornehmen werde, es ist an einem anderen‹« (Godet). Teil 1: Das öffentliche Wirken Christi in Israel (1,19–12,50) 332 V. 16 – »›Meine Lehre ist nicht mein …‹ Jesus will sagen: Wenn ihr einen Lehrer seht, der nicht in einer menschlichen Schule sich seine Bildung angeeignet hat, dann erkennt doch an, dass Gott selbst ihn unterwiesen haben muss! Der himmlische Vater wollte aus diesem Grund seinen Sohn lieber aus einer Zimmermannswerkstätte als aus den Schulen der Schriftgelehrten hervorgehen lassen, damit es umso deutlicher werde, woher das Evangelium stammt … Bei dieser Gelegenheit zeigt uns Christus, wo die Befugnis zu einem geistlichen Lehramt zu holen ist: einzig bei Gott« (Calvin). V. 17 – »›So jemand will des Willen tun, der wird innewerden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich von mir selbst rede.‹ Das ist nun der Wille des Vaters, dass man zusehe und höre, was der Mann redet, und sein Wort höre. Du sollst sein Wort nicht klügeln, meistern oder davon disputieren, sondern du sollst es hören; dann wird der Heilige Geist kommen und dein Herz fein zurichten, und du kannst sagen: Das ist Gottes Wort und reine Wahrheit … Deshalb ist’s unmöglich, dass der Gottes Wort versteht, der es mit seinen Gedanken meistern will … sondern schließ deine Vernunft zu und tritt deine Weisheit mit Füßen und lasse sie in Sachen, die deine Seligkeit betreffen, nicht tappen, fühlen, denken, sondern es gilt schlicht allein hören, was der Sohn Gottes redet, wes sein Wort ist, und dabei geblieben. Das heißt unseres Herrn Gottes Willen rein und fein getan, und er hat’s verheißen: Wer den Sohn hört, dem will er den Heiligen Geist geben, ihn erleuchten und anzünden, dass er recht versteht, dass es Gottes Wort ist« (Luther, Das Johannes-Evangelium, S. 250). »Dieser Gotteswille ist offenbart in Gesetz, Propheten und eigenem Gewissen – für Israel in dem Gesetz und in der darauf ruhenden Buß- und Glaubenspredigt der Propheten; für alle Heiden ist ein Gottesbewusstsein übrig, das im praktischen Gewissen seinen unzerstörbaren Kern behält (Röm 1,32). Und das ist eben genug! Der HErr sagt nicht: so jemand tut; vom Tun selbst ist fürs Erste noch nicht die Rede, sondern nur vom Wollen: so jemand will des Willen tun« (Stier, zitiert bei Dächsel). V. 36 – »›Was ist das für ein Wort, das er sagte?‹ Wie bezeichnend, dass sie von diesem Wort nicht loskommen können. Sie scheinen das 333 Johannes 7 trübe, furchtbare Geheimnis in diesem Wort zu ahnen, sind aber geneigt, sich einzureden, es sei barer Unsinn … ›Ihr werdet mich suchen und nicht finden.‹ Eine große Prophetie Christi über das verschuldete, tragische Schicksal des jüdischen Volkes. Suchen und nicht finden; das Heil suchen und nicht finden ist das Los der in Eitelkeit verlorenen Welt« (Lange). V. 38 – »›Von des Leibe‹ – dessen Innerstem und seiner ergiebigen Fülle, welche durch die an dem letzten Tage des Festes von der Quelle Siloah mit Wasser gefüllten, feierlich durch die Stadt zum Heiligtum getragenen, sehr geräumigen Wasserkrüge abgebildet ist« (Bengel). V. 39 – »Der Heilige Geist, der Geist des verherrlichten Herrn, war nicht (Joh 7,39), konnte nicht sein, ehe Christus verherrlicht worden war. Die Gabe des Vaters war etwas eindeutig Neues, etwas, das sich vollständig unterschied von dem, wie der Heilige Geist an und in den Gläubigen des Alten Testaments gewirkt hatte. Das Werk, welches das vom Herrn vergossene Blut an den Glaubenden verrichtete, als er in das Allerheiligste einging, war ganz neu. Die Erlösung unserer menschlichen Natur zur Gemeinschaft mit seiner Auferstehungsmacht (Eph 1,19.20) und seiner himmlischen Stellung (Eph 2,6) war so wirklich, die Aufnahme und Einbindung unseres Menschseins in Christus in das Leben des dreieinen Gottes war ein Geschehen von unermesslich großer Bedeutung. Daher ist der Heilige Geist, der von der erhöhten Menschheit Jesu ausgeht, um in unseren Herzen zu bezeugen, was Christus erwirkt hatte, den Erlösten weit mehr, als er den Gläubigen im Alten Testament sein konnte. Mithin gilt in einem sehr wirklichen Sinn: ›Der Heilige Geist war noch nicht da, denn Christus war noch nicht verherrlicht.‹ Erst nach vollendetem Erlösungswerk kam er als der Geist des verherrlichten Herrn zu uns«
    (B. Peters, Lasst uns anbeten, Retzow: Daniel-Verlag, 2007).
    Die Frage WDBL


    1-2_Da in 6,4 gesagt wurde, dass das Passah nahe gewesen sei, nehmen wir an, dass der Herr nach Jerusalem hinaufzog. Johannes hat uns nichts von Seinen Lehren und von Seinen Wundern bei jener Gelegenheit überliefert, aber es muss dies zu vermehrter Feindschaft geführt haben, so dass die Juden erneut danach getrachtet haben werden, Ihn zu töten. Daher wollte Er nicht in Judäa wandeln, das heißt dort leben, lehren und Wunder wirken. Der Herr wusste um die Verschwörungen der Juden gegen Ihn in Jerusalem. Er gab Ihnen keine Gelegenheit, ihre Pläne zu verwirklichen, bis Seine Stunde gekommen war. Hiob sprach von Menschen, die zu Gott sagten: »Weiche von uns! Nach der Erkenntnis deiner Wege verlangen wir nicht« (Hi 21,14). Das galt auch für die jüdischen Obersten in Jerusalem, deren Aktionen den Herrn oft von Juda fernhielten; denn so sehr verabscheuten sie Seine Gerechtigkeit, welche ihre Taten verurteilte. Wiederum wird ein Fest »Fest der Juden« genannt und nicht, so wie diese ursprünglich hießen, »Feste des HERRN« (3Mo 23,2). Menschen hatten sich aus etwas, das ursprünglich allein Gott gehörte, ihr Teil herausgenommen. Die heiligen Dinge Gottes wurden (und werden noch) so zurechtgebogen, dass sie den Menschen dienten. In Hes 44,6-8 waren »mein Heiligtum [...] mein Haus [...] meine Speise [...] mein Bund« von den Menschen so umgekrempelt worden, dass Gott sagen muss, es sei nunmehr »für euch« (Luther ’56). Ähnlich wurde in Hes 16,14- 15 »meine Schönheit« in »deine Schönheit« gewandelt (man lese den ganzen Zusammenhang von V. 1-34). 3-5_Die Brüder des Herrn sprechen. Es gibt keine schriftgemäßen Gründe, warum diese »Brüder« nicht nach Jesus geborene Söhne Josefs und Marias sein sollten. Dennoch haben Theologen (welche vorgefasste Ideen verteidigen müssen) sich in lange Dispute ergangen, um demonstrieren zu können, Maria habe nach der Geburt des Erstgeborenen, des Herrn Jesus, keine Kinder mehr gehabt. So hat man seit alter Zeit erklärt, »seine Brüder« seien nahe Verwandte, vielleicht Söhne Josefs aus einer ersten Ehe, vielleicht Söhne der Schwester Marias, der Gattin des Kleopas. Wo aber die Bibel schweigt, führen Spekulationen schnell zu falschen Lehren. In Mt 13,55-58 lesen wir von den namentlich angeführten Brüdern »Jakobus, Joses, Simon und Judas« sowie von Schwestern. In Mt 12,47 standen diese Brüder außerhalb eines Hauses und verlangten, mit dem Herrn zu sprechen. Trotz ihres anfänglichen Unglaubens finden wir in Apg 1,14, dass sie sich jenen anschlossen, die in Gebet und Flehen ausharrten, woraus wir schließen können, dass sie sich zuvor bekehrt hatten. Die Erscheinung des auferweckten Herrn dem Jakobus muss mit seiner Bekehrung verknüpft werden (1Kor 15,7). Jakobus wurde später einer der Führer in der Jerusalemer Gemeinde (Apg 12,17; 15,13; 21,18; Gal 1,19; 2,9; Jak 1,1). In V. 4 hatten diese Brüder eine vollständig falsche Vorstellung (offenkundig durch Vorurteile und Unglauben veranlasst) von den Absichten des Herrn. Die Bedeutung von V. 4 ist, dass sie meinten, der Herr beabsichtige, Seine Herrlichkeit bald offen zu manifestieren; deshalb waren sie so verwundert, dass Er Seine Wunder in Galiläa »im Verborgenen« tat, d.h. weit entfernt vom religiösen Zentrum Jerusalem, wo Er, wie sie wussten, Jünger hatte. Johannes sagt ausdrücklich, dass Seine Brü-Johannes 7,1-10 928 der nicht an Ihn glaubten (V. 5). Sie sahen Seine Werke, aber das Sehen weckte keinen lebendigen Glauben. Ihre Herausforderung »zeige dich« hat einige interessante Parallelen. 1._Der Satan forderte den Herrn auf: »Wirf dich hinab« (Mt 4,6); Er aber »machte sich selbst zu nichts« (Phil 2,7). 2._Die Brüder forderten den Herrn auf: »Zeige dich selbst« (Joh 7,4); Er aber »erniedrigte sich selbst« (Phil 2,8). 3._Petrus sagte dem Herrn: »Gott behüte dich, Herr!«; Er aber »hat sich selbst Gott geopfert« (Hebr 9,14). 4._Die Juden forderten ihn auf: »Rette dich selbst« (Mk 15,30); Er aber hat »sich selbst [...] hingegeben« (Gal 2,20). Die Tatsache, dass Seine Brüder nicht an Ihn glaubten, zeigt, dass man kein Vertrauen in das Fleisch haben kann. Das Vorrecht, dem Herrn im Fleisch näher zu sein als alle anderen, löste keinen Glauben aus. Selbst als Er am Kreuz hing, wollte der Herr Seine Mutter nicht Seinen Brüdern anvertrauen, sondern dem Apostel Johannes. Als diese Brüder mit Ihm reden wollten, bekannte Er sich nicht zu ihnen, sondern sagte, solche, die den Willen Seines Vaters im Himmel tun, seien »sein Bruder«. Das sagte Er vor dem Kreuz; aber nach Seinem Kreuz und nach Seiner Auferstehung nannte Er Seine Jünger »meine Brüder« auf der höchsten geistlichen Ebene (Mt 28,10; Joh 20,17). 6-9_Der Herr spricht. In der Aussage »meine Zeit ist noch nicht da, eure Zeit aber ist stets bereit« muss man das Wort »Zeit« vom Begriff »Stunde« unterscheiden, welches im Johannesevangelium so oft vorkommt. Man könnte sagen, das Johannesevangelium sei das Evangelium der Stunde, nämlich der Stunde Seines Opfers. Das Lukasevangelium hingegen ist das Evangelium des Ortes, wo der Gang des Herrn nach Jerusalem als dem Ort des Opfers nachgezeichnet wird. Heute müssen die Gläubigen sich mit der schriftgemäßen Zeit und dem schriftgemäßen Ort des Gottesdienstes auseinandersetzen. Die »Zeit« des Herrn muss im Zusammenhang mit dem Laubhüttenfest und dem Offenbarwerden der Herrlichkeit des Herrn am Ende des Zeitalters gedeutet werden. Das erklärt, warum der Herr zuerst nicht nach Jerusalem zu gehen gedachte, sondern erst später hinaufging. Der Herr bezog sich auf die Zeit, da Er Seine Herrlichkeit vor aller Welt enthüllen würde, dann, wenn jedes Augen Ihn sehen wird. Das hat sich bis zum heutigen Tag nicht erfüllt. Es ist das große Ziel aller Weissagungen, welche Gottes Ratschlüsse mit Seinem Sohn zum Inhalt haben. Mit anderen Worten, die wahre Erfüllung des Laubhüttenfestes ist noch immer zukünftig. Im Gegensatz dazu galt für die Juden: »Eure Zeit ist stets bereit«, ging es doch bei ihnen um »das Fest der Juden, die Laubhütten«, welches jedes Jahr in aller Form gefeiert wurde. Der Herr wollte also nicht alsbald nach Jerusalem hinaufziehen, um so den Unterschied zwischen Seiner und ihrer Zeit hervorzuheben. Gleichzeitig gesellt sich aber auch die Frage des Hasses zu dieser Situation. Der Hass war der äußerliche Grund, warum der Herr nicht sofort hinaufziehen wollte. Er wurde gehasst, weil Er die Welt richtig beurteilte, und Er sagte offen, dass die Welt Ihn hasste. Er führte das später Seinen Aposteln weiter aus (15,22-24), indem Er sagte, dass die Welt sowohl Ihn als auch Seinen Vater hassten. Die Welt aber liebt die Ihrigen, jene, die gleichen Maßstäben folgen und die gleiche Sicht von Dingen gegenseitigen Interesses haben. So liebt die Welt also jene, die den Herrn hassen, und sie hasst jene, die den Herrn lieben. Wie Er929 Johannes 7,11-36 in 3,20 sagte, hassen die Menschen das Licht, weil ihre Werke böse sind und weil ihnen der Gedanke ein Greuel ist, ihre Taten könnten offenbart und gestraft werden. Daher war es eine sichere Sache für jeden orthodoxen Juden, zum Fest hinaufzuziehen. Die religiösen Führer würden ihn freudig empfangen. Als der Herr sagte: »Geht ihr hinauf«, hieß er den leeren Formalismus nicht gut, vielmehr ermunterte Er zum treuen Festhalten am alttestamentlichen Gesetz, das noch immer gültig war. Solche Ermunterung sollte die Menschen zum Bekenntnis bewegen: »Ich freute mich, als sie zu mir sagten: Lasst uns zum Hause des HERRN gehen« (Ps 122,1). Dann verwendete der Herr zweimal das Wort »noch« (oupo bedeutet »noch nicht«): »Ich gehe noch nicht hinauf zu diesem Feste; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.« Das bedeutet, dass Er die zukünftige Bedeutung des Festes bezüglich Seiner selbst völlig anerkannte. Erstere Aussage beinhaltet die Tatsache, dass Er beabsichtigte, später zum Fest zu gehen, so dass die Juden keinen Anlass zur Kritik hätten. Die Juden drängten sich also in großen Scharen zu einem christuslosen Jerusalem, während der Herr noch einige Zeit in Galiläa verblieb. 10_Alle Juden, welche nach Jerusalem zogen, pilgerten in großen Reisegesellschaften, wie aus der Beschreibung in Lk 2,44 ersichtlich ist. Zweifelsohne hielten sich Seine Brüder an die gleiche Sitte, als sie zum Laubhüttenfest hinaufzogen. Sie ließen den Herrn allein in Galiläa zurück, wie Er in Jerusalem allein gelassen worden war in Lk 2,43. Der Herr ging jedoch später hinauf zum Fest »wie im Verborgenen« und »nicht offenbarlich«. Er ging hinauf als der nicht erkannte Christus, wurde aber später anhand Seiner Lehre erkannt. Das ist gleichzeitig ein Bild auf das gegenwärtige Wirken des Herrn im Himmel. Er kommt zu Seinem Volk herab, von der Welt unerkannt, aber durch den Glauben von den Gläubigen erkannt, die sich in Seinem Namen versammeln und Ihn in ihrer Mitte wissen
    EIN John 7:8 Geht ihr nur hinauf zum Fest; ich gehe nicht zu diesem Fest hinauf, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist.

    ELB John 7:8 Geht ihr hinauf zu diesem Fest! Ich gehe nicht hinauf zu diesem Fest; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.

    ELO John 7:8 Gehet ihr hinauf zu diesem Feste; ich gehe nicht hinauf zu diesem Feste; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.

    HRD John 7:8 Geht ihr nur hinauf zum Fest. Ich gehe nicht hinauf zu diesem Fest, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist.

    L45 John 7:8 Gehet jr hin auff, auff dieses Fest, Jch wil noch nicht hinauff gehen auff dieses Fest, denn meine zeit ist noch nicht erfüllet.

    LUO John 7:8 Gehet ihr hinauf auf dieses Fest; ich will noch nicht hinaufgehen auf dieses Fest, den meine Zeit ist noch nicht erfüllt.

    MNT John 7:8 Geht ihr hinauf zum Fest; ich gehe nicht hinauf zu diesem Fest, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist.

    SCH John 7:8 Gehet ihr hinauf zum Fest; ich gehe nicht zu diesem Fest hinauf, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.

    SCL John 7:8 Geht ihr hinauf zu diesem Fest; ich gehe noch nicht zu diesem Fest hinauf, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.

    ZUR John 7:8 Geht ihr hinauf zum Fest; ich gehe nicht hinauf zu diesem Fest, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.

    GNM John 7:8 σύ@npn-2p ἀναβαίνω@vmaa--2p εἰς@pa ὁ@dafs ἑορτή@n-af-s ἐγώ@npn-1s οὐ@qn ἀναβαίνω@vipa--1s εἰς@pa ὁ@dafs ἑορτή@n-af-s οὗτος@a-daf-s ὅτι@cs ὁ@dnms ἐμός@a--nm1s καιρός@n-nm-s οὔπω@ab πληρόω@virp--3s

    AGNT John 7:8 ὑμεῖς ἀνάβητε εἰς τὴν ἑορτήν· ἐγὼ οὐκ ἀναβαίνω εἰς τὴν ἑορτὴν ταύτην, ὅτι ὁ ἐμὸς καιρὸς οὔπω πεπλήρωται.

    AGNM John 7:8 σύ@npn-2p ἀναβαίνω@vmaa--2p εἰς@pa ὁ@dafs ἑορτή@n-af-s ἐγώ@npn-1s οὐ@qn ἀναβαίνω@vipa--1s εἰς@pa ὁ@dafs ἑορτή@n-af-s οὗτος@a-daf-s ὅτι@cs ὁ@dnms ἐμός@a--nm1s καιρός@n-nm-s οὔπω@ab πληρόω@virp--3s

    BFM John 7:8 σύ@npn-2p ἀναβαίνω@vmaa--2p εἰς@pa ὁ@dafs ἑορτή@n-af-s οὗτος@a-daf-s ἐγώ@npn-1s οὔπω@ab ἀναβαίνω@vipa--1s εἰς@pa ὁ@dafs ἑορτή@n-af-s οὗτος@a-daf-s ὅτι@cs ὁ@dnms καιρός@n-nm-s ὁ@dnms ἐμός@a--nm1s οὔπω@ab πληρόω@virp--3s

    ABYZ John 7:8 Ὑμεῖς ἀνάβητε εἰς τὴν ἑορτὴν ταύτην· ἐγὼ οὔπω ἀναβαίνω εἰς τὴν ἑορτὴν ταύτην, ὅτι ὁ καιρὸς ὁ ἐμὸς οὔπω πεπλήρωται.

    ABYM John 7:8 σύ@npn-2p ἀναβαίνω@vmaa--2p εἰς@pa ὁ@dafs ἑορτή@n-af-s οὗτος@a-daf-s ἐγώ@npn-1s οὔπω@ab ἀναβαίνω@vipa--1s εἰς@pa ὁ@dafs ἑορτή@n-af-s οὗτος@a-daf-s ὅτι@cs ὁ@dnms καιρός@n-nm-s ὁ@dnms ἐμός@a--nm1s οὔπω@ab πληρόω@virp--3s

    ALF John 7:8 ὑμεῖς ἀνάβητε εἰς τὴν ἑορτήν· ἐγὼ οὐκ ἀναβαίνω εἰς τὴν ἑορτὴν ταύτην, ὅτι ὁ ἐμὸς καιρὸς οὔπω πεπλήρωται.

    ALF-M John 7:8 σύ@rpn-p ἀναβαίνω@vdaa2p εἰς@pa ὁ@dafs ἑορτή@nafsc ἐγώ@rpn-s οὐ@b ἀναβαίνω@vipa1s εἰς@pa ὁ@dafs ἑορτή@nafsc οὗτος@rdafs ὅτι@cs ὁ@dnms ἐμός@asnmsn καιρός@nnmsc οὔπω@b πληρόω@vixp3s

    NLB John 7:8 Geht ihr hinauf zu diesem Fest; ich will noch nicht hinaufgehen zu diesem Fest, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.«

    ESS John 7:8 Reiset ihr nur hinauf zu diesem Feste; aber ich reise zu diesem Feste noch nicht hinauf; weil für mich die rechte Zeit noch nicht da ist.

    JAN John 7:8 Geht ihr hinauf zu diesem Fest. Ich gehe°noch nicht hinauf zu diesem Fest, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist.“

    TKW John 7:8 Gehet ihr hinauf zum Fest. Ich gehe nicht hinauf zu diesem Feste, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist.

    ELB6 John 7:8 Geht [ihr] hinauf zu diesem Fest! [Ich] gehe nicht hinauf zu diesem Fest; denn [meine] Zeit ist noch nicht erfüllt.

    L17 John 7:8 Geht ihr hinauf zum Fest! Ich will nicht hinaufgehen zu diesem Fest, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.

    L45A John 7:8 Gehet ihr hinauf auf dieses Fest. Ich will noch nicht hinaufgehen auf dieses Fest; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllet.

    BEN John 7:8 Gehet Ihr hinauf auf das Fest; Ich gehe nicht hinauf auf dieses Fest, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist.

    BRU John 7:8 Zieht ihr nur hinauf auf das Fest! Ich ziehe noch nicht hinauf, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist."

    DAB John 7:8 Aber steiget doch ihr hinauf in Richtung auf das dieses Fest; ich, ja ich, steige nicht (B,R: noch nicht.) hinauf in Richtung auf das dieses Fest, da die (B,R: die. R: Frist, ja meine.)

    E71 John 7:8 Gehet ihr hinauf zu diesem Feste; ich gehe nicht hinauf zu diesem Feste; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.

    EL3 John 7:8 Geht ihr hinauf zu dem Fest; ich gehe nicht hinauf zu diesem Fest; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.

    EL6 John 7:8 Geht ihr hinauf zu diesem Fest! Ich gehe nicht hinauf zu diesem Fest; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt. { (a) Joh 7:30; Joh 8:20}

    ESP John 7:8 Supreniru vi al la festo; mi ankoraux ne supreniras al la festo, cxar mia tempo ankoraux ne maturigxis.

    GRE John 7:8 Gehet ihr nur ruhig zum Fest hinauf! Ich selbst gehe noch nicht zu diesem Fest; denn meine Zeit ist noch nicht da."

    GUN John 7:8 Zieht doch ihr zu diesem Fest hinauf! Ich gehe nicht zum Fest, weil meine Zeit noch nicht da ist.«

    HER John 7:8 Geht ihr nur hinauf zum Fest. Ich gehe nicht hinauf zu diesem Feste, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist."

    HFA John 7:8 Geht ihr nur zum Fest! Ich komme nicht mit. Denn die Zeit zum Handeln ist für mich noch nicht da."

    HJI John 7:8 Geht ihr hinauf zu diesem Fest. ICH gehe noch nicht hinauf zu diesem Fest, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist."

    HRO John 7:8 Geht ihr nur hinauf zum Fest. Ich gehe zu diesem Fest nicht hinauf, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist.

    INT John 7:8 Ihr geht hinauf zum Fest! Ich nicht gehe hinauf zu diesem Fest, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist.

    NWE John 7:8 Gehet ihr hinauf zu diesem Feste; ich gehe nicht hinauf zu diesem Feste; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.

    VLX John 7:8 Ihr könnt ruhig auf die Party gehen, die da stattfindet, aber ich komme nicht mit. Es ist noch nicht die Zeit, wo ich richtig loslegen soll."

    ZUE John 7:8 Gehet ihr hinauf zum Fest! Ich gehe nicht zu diesem Fest hinauf; denn meine Zeit ist noch nicht da.
    Im Herrn Jesus Christus
    Hans Peter Wepf
    1. Mose 15.6
    Und er glaubte Jehova; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.
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